Sommerbuchtipps: Teil 2

Das Coronavirus hat so manche Sommerferienpläne durchkreuzt. Statt Trübsal zu blasen über die abgesagten Aktivferien oder die Städtetour durch Europa: Widmen Sie sich doch dem Naheliegenden. Nutzen Sie die freigewordene Zeit fürs Lesen von Schweizer Autoren! In unseren Sommerbuchtipps empfehlen wir Ihnen einen wunderbaren Roman und einen mitreissenden Krimi, der in Zürich spielt. Tauchen Sie ab in diese beiden literarischen Abenteuer!

Liebe Romanfans!

«Sagte Liesegang» – was mag wohl hinter diesem Titel stecken? Schon auf den ersten Seiten des Romans von Ralf Schlatter ahnt man, dass man nicht ein alltägliches Buch in den Händen hält. Der in Albisrieden wohnhafte Autor nimmt einen mit auf eine aussergewöhnliche Reise durch das Leben eines Seismologen, Alfons Liesegang nämlich. Dieser, soeben verstorben, lässt sich auf einen Deal mit einem Engel ein: Solange Liesegang aus seinem Leben erzähle, solange dürfe er danach noch einmal auf die Erde zurück. Und so ist man bereits mitten drin in dieser sprachlich umwerfend raffiniert erzählten Lebensgeschichte, einem einzigen Monolog. Beginnen Sie nur zu lesen, wenn Sie gerade genügend Zeit haben: Weglegen mag man dieses Buch nämlich nicht, bevor die letzte Seite gelesen ist.

Ralf Schlatter
Sagte Liesegang
Limbus, CHF 25.90

Liebe Krimifans!

Möchten Sie die Stadt Zürich einmal auf eine kriminelle Art erleben? Dann tauchen Sie ein in die Welt der Privatdetektivin Enitta Carigiet. Kalkbreite, Hardau, Letzigrund: Wenn man der Badenerstrasse weiter folgt, landet man irgendwann in Altstetten. Und so heisst auch der neue Krimi des Zürcher Autors Mike Mateescu. Er lässt darin Enitta Carigiet ihr viertes Abenteuer erleben. Diesmal stehen die Privatdetektivin selbst und auch ihre Schwester Janita im Visier eines Mörders. Dieser hat bereits mehrere Protagonisten eines neuen Films über Enittas beruflichen Erfolg auf dem Gewissen. Wenn sie die Schweizer Premiere ihres Films noch erleben will, muss sie etwas unternehmen. Eine atemlose Flucht quer durch ihr geliebtes Zürich beginnt. 

Mike Mateescu
Altstetten – Enitta Carigiets viertes Abenteuer
Emons, CHF 16.90

Sommerbuchtipps: Teil 1

Viele unter uns würden gern mehr lesen, wenn sie nur Zeit dazu hätten. Vielleicht hatten Sie für diesen Sommer einen Städtetrip nach New York oder Badeferien auf den Malediven geplant. Nutzen Sie stattdessen die Gunst der Stunde und gehen Sie diese Sommerferien gemütlich an, mit Lesefutter von Schweizer Autorinnen und Autoren. Wir helfen Ihnen gern auf die Sprünge: Lassen Sie sich von unseren ersten drei Sommerbuchtipps inspirieren. Endlich Zeit zum Lesen!

Liebe Abenteuerfans!

Dieses Buch nimmt Sie mit auf ein reales Abenteuer: Die Autorin, eine Baslerin Mitte vierzig, verlässt nach einer Existenzkrise die Schweiz und lernt in Marokko die Kultur der Berber schätzen. Nach anfänglichen Widrigkeiten und vielen Umwegen findet sie ihre Berufung: Sie kultiviert Safran mit Unterstützung von Einheimischen. Mittlerweile verkauft sie das «rote Gold» an die besten Gourmet-Restaurants in der ganzen Welt. Sie persönlich hat in der neuen Heimat im Einklang mit der Natur ihren Seelenfrieden gefunden. Und nicht nur sie: Ihr 84-jähriger Vater folgt seiner Tochter in deren neue Heimat und blüht noch einmal richtiggehen auf. Wie inspirierend!

Christine Ferrari
Die Safranfrau
Knaur, CHF 23.90

Liebe Reisende!

«Der Autostopper», «Gleis 4», «Der Spaziergänger», «52 Wanderungen»: Mit Franz Hohler ist man literarisch sehr oft unterwegs. Nicht anders geht es den Leserinnen mit den neusten Erzählungen des Schweizer Erfolgsautors. «Fahrplanmässiger Aufenthalt» versammelt die neusten Kurzgeschichten des grossen Meisters der kleinen Literatur. Die Leser steigen bei einem kurzen Aufenthalt am Bahnhof Schwäbisch Hall-Hessental auf der Suche nach einem Kaffee kurz aus und finden etwas Unerwartetes, nur keinen Kaffee. Oder sie erleben hautnah mit, wie der Autor bei einem Besuch auf der Bank unverhofft schnell altert. Geniessen Sie das Reisen in die kleinen Wirklichkeiten mit Franz Hohler, der wunderbar beiläufig und mit schweizerischem Nationakolorit schreibt.

Franz Hohler
Fahrplanmässiger Aufenthalt
Luchterhand, CHF 27.90

Liebe Naturfreundinnen!

Wer kennt sie nicht aus der eigenen Kindheit: die Globi-Bücher! Die beliebten Schweizer Bilder-Geschichten in Versform gibt es seit 1935. In den letzten Jahren sind in Zusammenarbeit mit Fachpersonen auch viele Sachbücher mit Globi zu aktuellen Themen wie Klimawandel, Wasser, Erste Hilfe und vielen mehr entstanden. Für diesen Sommer geben wir Ihnen das «Wald- und Wiesenkochbuch» mit in den Rucksack. Gehen Sie mit Ihren Kindern raus in die Natur und sammeln Sie essbare Wildpflanzen! Sie werden staunen, was es alles gibt! Globi zeigt, wie man sucht, was man ernten darf und wie man die Pflanzen zu feinen Gerichten verarbeitet. Das Buch bietet zudem allerlei Wissenswertes zum Thema, ein Glossar und ein Pflanzenbestimmungsbuch, das für Gefahren beim Sammeln sensibilisiert. En Guete!

Martin Weiss, Walter Pfenninger (Ilustrationen)
Globis Wald- und Wiesenkochbuch. Essbare Wildpflanzen erkennen, sammeln und kochen.
Globi-Verlag, CHF 32.–

Pilgern – so populär wie nie

Warum denn in die Ferne schweifen? Das Ziel muss nicht Santiago de Compostela sein, wenn man sich aufmachen möchte zum Pilgern. Denn dabei geht es in erster Linie um die einfache physische Bewegung des Laufens, unabhängig vom Ziel. Mit dem Laufen gerate dann auch der innere Mensch in Bewegung. Davon ist nicht nur die Pilgerbegleiterin Marianne Lauener vom Pilgerzentrum St. Jakob in Zürich überzeugt. Viele Menschen kommen in einer Phase im Leben zum Pilgern, die neue Herausforderungen oder eine Wende mit sich bringt. Es kann dann helfen, in Ruhe nachzudenken und persönliche Themen reifen zu lassen.

Inspirierender Kurzfilm über das Pilgern

Das Pilgerzentrum St. Jakob unter der Leitung von Pfarrer Michael Schaar hat zusammen mit der Landeskirche einen dreiminütigen Kurzfilm über das Pilgern realisiert. Darin kommen Pilgerinnen und Pilger zur Sprache, die von ihrer bereichernden Erfahrung berichten.

25 Jahre Pilgerzentrum St. Jakob

Das Pilgerzentrum St. Jakob in Zürich feiert nächstes Jahr übrigens sein 25-jähriges Bestehen. Mehr über das Pilgern erfahren Sie auf der Website des Pilgerzentrums. Auch in der Ausgabe 7 unseres reformiert.lokal, das am 26. Juni in den Briefkästen unserer Mitglieder sein wird, lesen Sie Inspirierendes zum Thema. Machen auch Sie sich auf den inneren Weg, der vor der Haustür beginnen kann! Pilgern Sie gemeinsam mit uns!

Beten ohne Kirche

Beten ohne Kirche

Pfarrerin Katharina Autenrieth-Fischlewitz, Kirchenkreis sechs

In den letzten Wochen wurde klar: für gemeinschaftliches Gebet kann Kirche nicht bürgen. Deshalb muss Zürich aber nicht zur gottvergessenen Stadt werden, denn Beten ist Allgemeingut und es kann immer und überall gebetet werden.

Drei mögliche Einwände und Erwiderungen darauf:

  • Beten ist was für „die Frommen“, zu denen gehöre ich nicht.

Ja, beten ist zweifellos was für Fromme und die kombinieren das Gebet häufig mit einer Geste oder bestimmten Körperhaltung. Mir gefällt, was Martin Luther einmal gesagt hat: Beten ist ein Reden des Herzens mit Gott. Ein Gebet kommt ohne Worte und ohne Gesten aus. Es erfordert weder Begabung noch ein bestimmtes Mass an Frömmigkeit. Wer betet, kennt einen vertrauenswürdigen Adressaten für das, was das Herz bewegt: Sorge, Angst, Dankbarkeit, Sehnsucht. Auch meine unvermittelten Seufzer und Jauchzer im Alltag gehen letztlich an Gottes Adresse: „Bitte nicht ich!“, „Das darf doch nicht wahr sein!“, „Puuh, Glück gehabt!“.  

  • Wir haben früher auch nicht gebetet, wie soll ich das dann meinem Kind beibringen?

Beten kann man nicht beibringen. Aber ein Kind kann mit Beten vertraut gemacht werden. Beim Gebet handelt es sich nicht um eine religiöse Pflicht, die erfüllt werden muss und möglicherweise sogar Boykott in den eigenen vier Wänden auslöst. Wer sich eine „Gebetstradition“ im eigenen Haushalt wünscht, kann nach einem stimmigen Ritual suchen: zum Beispiel eine Kerze zum Essen anzünden, das Kreuzzeichen auf die Stirn machen, bevor das Kind aus dem Haus geht, die Bitte um Schutz, bevor es schlafen geht, Gott die Namen all derer nennen, die man liebt. Entscheidend ist, dass es mir als Vater oder Mutter entspricht und mir etwas bedeutet. Das Kind kann daran teilhaben und bekommt vermittelt: beten ist normal – Mama oder Papa tut das auch. – Würde Ihnen ein Austausch über religiöse Rituale im Alltag gefallen? Lassen Sie es mich wissen, ich hätte auch Interesse daran.

  • Ich bete nur im Gottesdienst.

Vielleicht brauche ich Gemeinschaft um Beten zu können: andere, die mit mir Stille halten oder mich mit dem Klang ihrer Stimme mittragen, jemand der stellvertretend für mich formuliert und spricht. Kommt mir eine Person in Sinn, die mein Gebetsfreund oder meine Gebetsfreundin sein könnte? Jemand, dem ich vertraue. Jemand, der es nicht komisch findet, dass ich mir Begleitung beim Beten und Schweigen wünsche. Jemand, der auf meine Bitte „bete für mich“ mit „ja“ antwortet. Diese Menschen gibt es: in der Nachbarschaft, im Bekanntenkreis, am Arbeitsplatz, in der Familie, ja vielleicht sogar in der Partnerschaft. Und gibt es da niemanden, so sind da viele Pfarrpersonen mit einer Telefonnummer.

Wenn Sie mehr darüber lesen wollen, dann empfehle ich Ihnen unseren Impuls vom 24. April 2020: Beten zu Hause: Gott weiss, was Sie brauchen.

Holunderküchlein

Das Holunderküchlein passt kulinarisch bestens in die Zeit um Pfingsten herum. Denn dann beginnen die Holunderstauden zu blühen. Die wunderbar duftenden Holunderblütendolden können gesammelt und zu diesem feinen Gebäck verarbeitet werden. Mehr Pfingstrezepte finden Sie hier.

Zutaten:
12 bis 15 frisch gepflückte Holunderblütendolden
350 ml Milch
3 Eier
200g Mehl
2 EL Honig
1 Prise Salz
etwas Öl
Puderzucker
Schlagrahm

Zubereitung:
Die Eier trennen, Eigelb und Eiweiss auffangen.
Eigelb, Mehl, Honig und Salz zusammen in eine Schüssel geben und gut verrühren.
Das Eiweiss steif schlagen und unterziehen.
Die Blütendolden in den fertigen Teig eintauchen und in einer Pfanne mit etwas Öl goldbraun backen.
Anschliessend auf einem Küchentuch gut abtropfen lassen und mit Puderzucker bestäuben.
Das Ganze zusammen mit Schlagrahm servieren.

Falls Sie an Pfingsten an einem unserer Gottesdienste teilnehmen wollen – live oder online – finden Sie hier alle Pfingst-Gottesdienste auf einen Blick.

Ein Bibelkuchen. Mhh, so fein!

Rezept Bibelkuchen

Zu einem richtigen Festmahl gehört auch eine Nachspeise. Hättet ihr gedacht, dass man mit einem Rezept aus Bibelstellen einen feinen süssen Kuchen backen kann? Schlagt die angegebenen Bibelstellen auf und ihr findet die benötigten Zutaten

Zutaten:

  • 4 Stück Lukas 11,12
  • 1 Prise Leviticus 2,13
  • 250 g Sprüche 30,33
  • 1 Tasse flüssig Sprüche 24,1
  • 1/2 Tasse gemahlen Numeri 17,23
  • 1/4 Tasse (letztes Wort) 2. Samuel 6,19
  • 10 getrocknete Jeremia 24,1
  • 2 Tassen Genesis 18,6
  • etwas 1. Korinther 3,2
  • 1 Teelöffel (letztes Wort) Sprüche 7,17

Zubereitung:

Zutaten 1–3 schaumig rühren, 4 dazugeben, 5, 6 und 7 (beide klein geschnitten) einrühren, dann 8, 9 und 10 nacheinander dazugeben. Zutaten gut verrühren und auf ein rundes Bachbleck oder in Muffin-Förmchen geben. Muffins ca. 20 Minuten und Blech ca. 40 Minuten bei 190 ° backen.

Viel Spass beim Lösen und «En Guete»!

Spannende Angebote für Kinder und Familien findet ihr auf: reformiert-zuerich.ch/sechs in der Rubrik «kids@home».

Das Rezept wurde aus dem Lehrmittel «Club 4. Wir entdecken die Bibel», einer Arbeitshilfe für Katechetinnen und Katecheten der reformierten Kirche des Kantons Zürich übernommen und von Patricia Luder leicht angepasst.

Gesundheitstipps für zu Hause III

Die Yoga-Lehrerin und Theologin Deborah Sutter und der TCM-Arzt Xiaoqun Wu haben uns
einfache Gesundheitstipps verraten. Machen Sie mit!

Knoblauch kauen gegen Infekte
Knoblauch ist ein natürliches Heilmittel gegen Infekte; er wirkt antibakteriell und hat eine positive Wirkung auf den Cholesterinspiegel. Im TCM gehören die Farbe Weiss und die Schärfe des Knoblauchs zum Lungensystem. Wer es erträgt, kaut auf rohem Knoblauch und lässt ihn für eine Weile im Mund, damit genügend Sauerstoff an den Knoblauch kommt.

Lungen stärken mit Daumenmassage
Spreizen Sie die Finger und falten Sie so die Hände. Die Fingerkuppen liegen nun auf dem Handrücken der anderen Hand. Reiben Sie nun die beiden Daumen aneinander. Die Daumenspitzen gehen dabei abwechseln hinauf und hinunter. So können Sie Ihre Lungenenergie stärken.

Die Lungenenergie aktivieren
Eine einfache und wirkungsvolle Übung, um das Lungensystem zu aktivieren: Gehen Sie gemächlich im Raum umher und schlagen Sie dabei sanft mit der rechten Hand auf die linke Brust, dann mit der linken Hand auf die rechte Brust. Wiederholen Sie die Übung ein paar Mal.

Oberkörper und Beine dehnen
Rutschen Sie auf dem Stuhl etwas nach vorne. Strecken Sie Ihre Beine nach vorne aus. Laufen Sie mit den Händen den Beinen entlang nach vorne und beugen Sie sich mit dem Oberkörper so weit wie möglich über die ausgestreckten Beine. Lassen Sie den Kopf entspannt und die Schultern locker. Kommen Sie langsam wieder zurück. Wiederholen Sie die Übung ein paar Mal.


TCM – Traditionelle chinesische Medizin
Nach chinesischer Auffassung ist Gesundheit ein Zustand der vollkommenen Harmonie zwischen den Organen und der Lebensenergie. Die verschiedenen Therapieformen wie Akupressur, Diätetik und andere zielen alle darauf ab, bei Beschwerden nicht nur die körperlichen Symptome zu behandeln, sondern die gesunde Harmonie von Körper, Geist und Seele wiederherzustellen. TCM eignet sich sehr gut als präventive Gesundheitserhaltung.

Yoga
Yoga ist eine Weltanschauungslehre aus Indien. Das Wort Yoga kann mit «Vereinigung» übersetzt werden. Die Lehre beinhaltet geistige und körperliche Übungen. Ziel ist es, anhand dieses ganzheitlichen Übungssystems die Harmonie von Körper, Geist und Seele und somit die Gesundheit zu fördern. Die Übungen in diesem Heft gehören zum Hatha-Yoga, dem körperbezogenen Yoga. Sie können unkompliziert zu Hause auf einem Stuhl sitzend gemacht werden.


Weitere Gesundheitsipps der Yoga-Lehrerin und Theologin Deborah Sutter und der TCM-Arzt Xiaoqun Wu findet Ihr hier und hier. Wenn Sie Tipps zum Beten zu Hause suchen, werden Sie hier fündig. Wenn Sie gerne mal das Meditieren ausprobieren möchten, finden Sie hier eine Anleitung.

Spiritualität zu Hause leben – 5 Tipps

Der Mensch wird als ein Wesen mit Körper, Geist und Seele verstanden. Die meisten Menschen schenken vor allem Körper und Geist viel Aufmerksamkeit. Und der Seele? Sie wird in unserer schnelllebigen und informationsintensiven Gesellschaft oft vernachlässigt. Warum nicht gerade jetzt, wo viele von uns viel Zeit zu Hause verbringen, die Seelenpflege bewusst in den Alltag integrieren? Wir unterstützen Sie mit praktischen Tipps!

Die meisten pflegen ihren Körper durch Reinigung und Stärkung. Viele pflegen ihren Geist durch Übung im klaren Denken. Wie viele pflegen ihr Seelenleben bewusst und regelmässig? Spiritualität zu Hause bedeutet, der eigenen Seele bewusst Raum und Zeit zu geben. Denn: «Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme an seiner Seele Schaden?» (Mk 8,36). Das gilt nicht nur für Corona-Zeiten mit Homeoffice und #stayhome. Aber diese Umstände können uns helfen, unser persönliches Leben zu überdenken. Wagen Sie konkrete Schritte, um Ihre Zeit bewusster zu gestalten! Pfarrer Rolf Mauch aus dem Kirchenkreis vier fünf hat für Sie fünf wertvolle Hinweise zusammengestellt, wie Sie der Seelenpflege in Ihrem Alltag einen festen Platz geben können.

1. Regelmässigkeit und Dauer

Nehmen Sie sich vor, täglich dreimal eine spirituelle Auszeit einzurichten. Überlegen Sie sich, wann Sie das tun können. Besonders eignen sich dafür der Morgen gleich nach dem Aufstehen, der Mittag für ein Innehalten und der Abend für das spirituelle Abschliessen des Tages. Legen Sie verbindliche Zeiten fest – so wie sie in Ihr Leben passen. Entscheiden Sie sich dann für eine bestimmte Dauer, die Sie dafür freimachen möchten. Etwa zwanzig Minuten am Morgen, zwölf Minuten am Mittag und zwanzig Minuten am Abend. Bestimmen Sie ein eigenes Mass, das Sie mit gutem Gefühl annehmen können.

2. Ort der Auszeit

Spiritualität zu Hause braucht einen bestimmten Ort. Lassen Sie diesen Ort zu einem besonderen Platz für diese Seelenzeit werden. Halten Sie den Platz sauber, richten Sie ihn liebevoll und schön ein: ein Tuch, Blumen, eine Kerze, ein Symbol für das Göttliche – etwas, das Sie an Ihr Seelenleben erinnert.

3. Ritueller Anfang und rituelles Ende der Auszeit

Zum Beispiel ziehen Sie die Schuhe aus, falten Ihre Hände vor der Brust, verneigen sich, wenn Sie mögen, und sammeln sich mit den Worten: «Gott, ich bin da!» Dann begeben Sie sich an Ihren Platz. Dasselbe am Ende: Schliessen Sie mit einer festen Formulierung ab, etwa: «Dank sei Dir, Gott!» und verneigen Sie sich nochmals, bevor Sie den Platz verlassen.

4. Raum geben für drei Gebetsweisen

a) Lesen Sie einen Text und meditieren Sie darüber – zum Beispiel aus einem Buch der Bibel – der Ihnen besonders wichtig ist. Es kann auch ein Losungswort aus dem Kalender sein, vielleicht ein kurzer Abschnitt aus einem geistreichen Buch.

b) Richten Sie Ihr Wort dann an Gott und reden Sie mit ihm wie mit einem Freund. Sagen Sie, was Sie am Text, an Ihren Gedanken dazu, ja an Ihrem Leben bewegt. Und horchen Sie dabei in sich hinein, ob da Bewegung entsteht, ob da eine Intuition auftaucht, ob sich da eine bestimmte Qualität zeigt. Spüren Sie da zum Beispiel die Liebe Gottes in sich?

c) Lassen Sie nun den Text, Ihre Gedanken und Ihre Worte los. Seien Sie einfach nur gegenwärtig. «Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?» 1.Kor 3,16. Geben Sie sich also einfach nur hin und lassen Sie es geschehen.

5. Ein persönliches Buch führen

Sie können es «Auszeit, Gebetsbuch, Tagebuch, meine Gedanken, …» oder anders nennen. Notieren Sie dort oder zeichnen, malen, dichten Sie, was Sie nach dieser Auszeit bewegt.

Gesundheitstipps für zu Hause II

Die Yoga-Lehrerin und Theologin Deborah Sutter und der TCM-Arzt Xiaoqun Wu haben uns
einfache Gesundheitstipps verraten. Machen Sie mit !

Stärkung durch bewusstes Atmen
Gehen Sie gemächlich im Raum umher oder setzen Sie sich für eine kurze Zeit ans offene Fenster. Atmen Sie dabei tief ein und wieder aus. Beim Ausatmen darauf achten, dass möglichst die ganze Luft rauskommt.

Wertvolle Lebensmittel für das Immunsystem
Proteinreiche Ernährung, Vitamin C und Vitamin A unterstützen das Immunsystem. Essen Sie also vermehrt Lebensmittel wie Rindfleisch, Broccoli, Blumenkohl, Karotten, Spinat, Pilze, Bohnen, Fisch, Knoblauch.

Aktivierung des Oberkörpers
Rutschen Sie auf dem Stuhl etwas nach vorne. Drehen Sie den Oberkörper langsam nach links. Halten Sie die Sitzfläche mit der linken Hand und stossen Sie sanft mit der rechten Hand in die Aussenseite des linken Oberschenkels. Richten Sie die Wirbelsäule auf und drehen sie sich so weit nach links, wie es der Körper erlaubt. Wiederholen Sie die Übung für die andere Seite.

Positive Gefühle durch Fingermassage
Spielen Sie mit Ihren Fingerkuppen und wer mag und hinkommt, auch mit den Zehenspitzen! Nehmen Sie alle zehn Fingerkuppen oder Zehenspitzen zwischen zwei Finger, drücken und drehen Sie daran, wie es Ihnen wohl ist. Diese Massage aktiviert positive Gefühle wie Gelassenheit, Entspannung, Harmonie und Mut.

Die richtige Menge trinken
Damit der Körper Giftstoffe aus dem Körper transportieren kann, braucht er genügend Flüssigkeit. Wenn Ihre Lippen trocken sind und der Urin dunkel, sollten Sie mehr Wasser trinken. Finden Sie für sich das richtige Mass: Denn zu viel Flüssigkeitszufuhr belastet das Nierensystem.


TCM – Traditionelle chinesische Medizin
Nach chinesischer Auffassung ist Gesundheit ein Zustand der vollkommenen Harmonie zwischen den Organen und der Lebensenergie. Die verschiedenen Therapieformen wie Akupressur, Diätetik und andere zielen alle darauf ab, bei Beschwerden nicht nur die körperlichen Symptome zu behandeln, sondern die gesunde Harmonie von Körper, Geist und Seele wiederherzustellen. TCM eignet sich sehr gut als präventive Gesundheitserhaltung.

Yoga
Yoga ist eine Weltanschauungslehre aus Indien. Das Wort Yoga kann mit «Vereinigung» übersetzt werden. Die Lehre beinhaltet geistige und körperliche Übungen. Ziel ist es, anhand dieses ganzheitlichen Übungssystems die Harmonie von Körper, Geist und Seele und somit die Gesundheit zu fördern. Die Übungen in diesem Heft gehören zum Hatha-Yoga, dem körperbezogenen Yoga. Sie können unkompliziert zu Hause auf einem Stuhl sitzend gemacht werden.

Beten zu Hause: «Gott weiss, was Sie brauchen»

In Zeiten von Covid-19 fällt auch das gemeinsame Beten in den Kirchen aus. Doch beten kann man zum Glück überall! Fassen Sie sich ein Herz und nehmen Sie sich die Zeit und den Raum, um selbst aktiv mit Gott in Verbindung zu treten – und finden Sie dabei Ihre ganz persönliche Form. Wir geben Ihnen fünf Anregungen mit auf den Weg.

Das gewohnte gemeinsame Beten in der Kirche ist im Moment nicht möglich. Doch das soll Sie nicht vom Beten abhalten! Nutzen Sie die Zeit zu Hause, um das Beten persönlich neu für sich zu entdecken. Sie wissen nicht, wie Sie die Sache angehen könnten? Sie trauen sich nicht recht oder denken, Sie finden nicht die richtigen Worte? Nur Mut! Pfarrerin Muriel Koch und Pfarrer Francesco Cattani aus dem Kirchenkreis neun kennen diese Bedenken und haben für Sie fünf Tipps zusammengestellt.

1. In Stimmung kommen

Ein Gebet ist persönlich. Und dafür muss man erst einmal mit sich und mit Gott in Beziehung kommen. Das kann heissen: Türe zu und ein paar Minuten Ruhe. Ein Spaziergang im Wald. Vor dem Einschlafen einen Moment nehmen. Wichtig ist, dass Sie bei sich ankommen und die eigenen Themen und Fragen finden, die mit ins Gebet sollen – vielleicht auch Notizen machen. Dann sind Sie bereit.

2. In der Kürze…

Das persönliche Gebet kann kurz und knapp sein, manchmal sogar nur aus einem Satz bestehen – «Gott, danke für diesen Tag, den ich geniessen darf.» Die Sätze müssen nicht zusammenhängen und können für sich alleine stehen. Niemand bewertet Ihre Formulierungen. Ihr Anliegen können Sie sich auch in ein Bild packen, das Sie sich vorstellen. Dass viele Worte noch lange kein gutes Gebet ausmachen, betont auch Jesus (Matthäus 6,7).

3. Beten ist peinlich

Für viele ist das Gebet etwas sehr Intimes. Die Vorstellung, öffentlich zu beten oder beim Beten beobachtet zu werden, ist manchen von uns sehr unangenehm. Vergessen Sie nicht: Das Gebet ist etwas zwischen Ihnen und Gott – was andere denken, hat dort nichts zu suchen. Wählen Sie für sich Ort und Zeit Ihres Gebetes. Sich für das Gebet zurückzuziehen, empfahl auch Jesus (Matthäus 6,6).

4. Wenn Ihnen die Worte fehlen

Ein Gebet kann, muss aber nicht, ein sprachliches Kunstwerk sein. Es geht nicht darum, möglichst poetisch und ausschweifend zu formulieren, was einen bewegt. Es ist gar nicht immer einfach, die richtigen Worte zu finden für das, was man auf dem Herzen hat. Das geht übrigens auch Pfarrerinnen und Pfarrern so: Viele haben Sammlungen von Gebeten zu Hause, von denen sie sich inspirieren lassen. Auf «fremde» Worte zurückzugreifen, ist völlig in Ordnung. Es kann sogar eine Stärke sein: Das Unservater verbindet alle Christinnen und Christen miteinander. Auch im Internet finden Sie Gebete, die Ihnen gefallen könnten. Und schliesslich: Machen Sie sich keinen Kopf, wenn Ihnen mal doch die Worte fehlen. Gott weiss auch so, was Sie brauchen und wie es Ihnen geht (Matthäus 6,8).

5. Stille

Kann man auch stumm beten? Absolut! Der Stille Raum geben, den Gedanken eine Auszeit gönnen, ein Bibelwort wirken lassen, sich auf Gott ausrichten – all das sind Formen des Gebets. Auch die sogenannten Exerzitien haben eine lange christliche Tradition. Dabei handelt es sich um geistliche Übungen im Alltag.

Podcast «Im Pfarrhaus auf Sendung» des Kirchenkreises neun, 1. Folge: «Heute schon gebetet?»

Jeden Tag ein Gebet der reformierten Kirche des Kantons Zürich