Rückblick auf den Flüchtlingstag 2020

Am 20. und 21. Juni 2020 hat die Citykirche Offener St. Jakob gemeinsam mit zahlreichen Organisationen und Kirchen in mehreren Städten der Schweiz den fast 40′ 000 Geflüchteten gedacht, die seit 1993 auf ihrem Weg nach Europa zu Tode gekommen sind. Schweizweit wurden an verschiedenen Orten von Freiwilligen die Namen der Geflüchteten und die Begleitumstände deren Todes verlesen und auf Bänder geschrieben.

Hier seht Ihr das berührende Video zum Projekt. Die Aktion «Beim Namen nennen» wird 2021 weitergeführt.

Klimabewegung darf Kirche Wipkingen nutzen

Die reformierte Kirchgemeinde Zürich stellt dem Verein Klimastreikräume die Kirche Wipkin-gen zur Zwischennutzung zur Verfügung. Das Kirchengebäude und seine Umgebung sollen zum offenen Treffpunkt für Menschen werden, die sich mit Klimafragen und deren Lösung auseinandersetzen. Die Kirche will damit jungen Menschen die Chance bieten, an einem Ort eigenverantwortlich an ihrer Zukunft und ihren Zielen zu arbeiten.

Partner der reformierten Kirchgemeinde ist der Verein Klimastreikräume, der in Ergänzung zur Klimabewegung auf der Strasse Versammlungsorte für Bildung, Vernetzung und Zusammenarbeit sucht. Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung will er Strategien für eine nachhaltige Lebensweise entwickeln. Neben eigenen Veranstaltungen des Vereins sind in der Kirche Wipkingen auch Klima-anlässe Dritter geplant, die unter Aufsicht eines für den Betrieb verantwortlichen Teams stattfinden werden. Die Zwischennutzung ist vorerst auf zweieinhalb Jahre befristet.

Die Kirche Wipkingen aus dem Jahr 1909 und ihr grosszügiger Grünraum an der Rosengarten-strasse stehen unter Denkmalschutz. Ihre Tradition als öffentlicher Versammlungsort will die Klimabewegung aufnehmen und weiterentwickeln. Der Kirchenraum soll allen Klimaengagierten zur Nutzung offenstehen. «Wir suchen einen möglichst lebendigen Austausch mit einer breiten Bevöl-kerungsschicht», sagt Annik Färber, Co-Präsidentin des Vereins.

Die Kirchgemeinde Zürich beschreitet mit diesem Projekt neue Wege und hofft auf Impulse aus der Klimabewegung. «Der Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung, also den nachhaltigen Umgang mit unserem Lebensraum, verbindet die Klimabewegung und die reformierte Kirche», ist Michael Braunschweig, Vizepräsident der Kirchenpflege, überzeugt. Hinzu kommt, dass Kirchengebäude in Fragen des CO2-Ausstosses und des Ressourcenverbrauchs Entwicklungspotential haben. Michael Hauser, Verantwortlicher für Immobilien in der Kirchenpflege, sagt: «Wir freuen uns auf die neue und verantwortungsvolle Nutzung der Kirche und die Projekte, die sich daraus entwickeln.»

Ende August laden der Verein Klimastreikräume und die reformierte Kirchgemeinde Zürich zur Vor-stellung des neuen Programms in der Kirche Wipkingen ein.

Song of the Week: Shackles

Von Ulrich Meldau, Kantor, Kirchenkreis zwei

Junge Menschen singen Pop & Gospel gegen den Corona Blues.Unter diesem Motto startete das Projekt Anfang Mai.

Bereits gegen 2000 Mal wurden die Songs of the Week aus dem Kirchenkreis zwei mittlerweile auf YouTube angeklickt. Vielleicht konnten sie etwas Auflockerung und Freude in eine Zeit bringen, die aktuell durch Lockerungen des Lockdowns ebenso geprägt ist wie durch plötzlich wieder steigende Fallzahlen.

Der Urban Gospel «Shackles» des Singer-Songwriter Duos «Mary Mary» spricht von Befreiung durch Lobpreis in Musik und Tanz und so funktionierten zwei Engemer Konfirmandinnen «ihre» Kirche, die würdige «Zürcher Sacré-Coeur», mal eben zu einer Tanzbühne um. Der ältere Bruder der einen, der schon als kleiner Junge im Kinderchor Enge sang, übernahm den Saxophon-Part und brachte gleich einen ZHDK-Studienkollegen als Trompeter mit.

Die Solosängerin war bei der Jungen Kantorei Enge in verschiedenen Ensembles wie den Ängi Voices und dem Jugendchor aktiv und den Chor-Part übernahmen  einige aus den früheren Songs of the Week bekannte Solistinnen sowie weitere Jugendchor Mitglieder.

Die musikalische Leitung des Projekts haben Barbara und Ulrich Meldau.

Song of the Week Juni 2020

Song of the Week Mai 2020

Neuer Name für Lutherwiese

Auf Initiative der Lesegruppe «Frauen Lesen» im Kirchenkreis zwölf heisst der bisher als Lutherwiese bezeichnete Spielplatz hinter dem Offenen St. Jakob im KIrchenkreis vier fünf jetzt offiziell Mentona-Moser-Anlage. Mentona Moser war eine bedeutende Schweizer Revolutionärin. Der Roman, den Eveline Hasler über sie geschrieben hat, hat die Lesegruppe des Kirchenkreises zwölf dazu veranlasst, einen Antrag auf Umbenennung an die Strassenbenennungskommission zu stellen. Mit Erfolg. Am 2. Juli wurde die neue Namenstafel enthüllt.

Auf der ganzen Welt werden zurzeit die Denkmäler und Strassennamen der westlichen Welt diskutiert: Sie ehren nicht selten problematische Persönlichkeiten – und fast ausschliesslich Männer. Jetzt, auf dem Höhepunkt der Diskussion, wurde ein zentraler Platz in Zürich nach einer Frau benannt. Auf Initiative einer Gruppe, die vielen kein Begriff sein dürfte.

Eine produktive Lesegruppe

«Frauen Lesen» nennt sich der Lesekreis, die der Kirchenkreis zwölf der reformierten Kirchgemeinde seit rund 20 Jahren organisiert. Rund zwölf Frauen treffen sich regelmässig, um gemeinsam Bücher von und/oder über Frauen zu lesen. Vor ungefähr einem Jahr lasen sie «Tochter des Geldes» von Eveline Hasler, ein Roman über die Schweizer Revolutionärin und Moser-Erbin Mentona Moser, wie Pfarrerin Hanna Kandal erzählt, die die Lesegruppe organisiert und leitet.

«Die Geschichte von Moser hat uns nachhaltig fasziniert und berührt», sagt Kandal. So nachhaltig, dass die Mitglieder der Lesegruppe gemeinsam einen Antrag an die Zürcher Strassenbenennungskommission stellten. Am 2. Juli, ein Jahr später, findet sich eine kleine Gruppe Menschen auf der Wiese hinter der Citykirche Offener St. Jakob ein. Sie wartet darauf, dass eine neue Namenstafel enthüllt wird: Mentona-Moser-Anlage. Bisher war der Spielplatz als Lutherwiese bekannt.

Eine Berufsrevolutionärin

Mehr darüber, wer Mentona Moser war, erzählt Hannes Lindenmeyer vom Quartierverein in einem kurzen Input: eine eigentliche Berufsrevolutionärin. 1874 als Tochter einer der reichsten Familien der Schweiz geboren, wandte sie sich bald sozialen und politischen Themen zu. In London besuchte sie Kurse über Soziale Arbeit und leistete freiwillige Unterstützung in sozialen Brennpunkten. Zurück in Zürich engagierte sie sich in der Sozialdemokratischen Partei, trat später aber wieder aus, um der Kommunistischen Partei beizutreten. Der Idealismus Mosers führte sie später nach Russland und nach Deutschland, wo sie sich am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligte. 

Ein Hauptaugenmerk Mentona Mosers hätte immer den Kindern gegolten, erzählt Hanna Kandal. In Zürich habe sie sich stark dafür eingesetzt, dass Freiräume geschaffen werden, in denen sie sich in sicherem Umfeld austoben dürfen. «Das war damals noch überhaupt nicht gewöhnlich», sagt Lindenmeyer. «Auf der nahegelegenen Bäckeranlage war Kindern das Spielen verboten.» Erst auf den Druck Mentona Mosers hin eröffnete Zürich 1909 schliesslich den ersten Kinderspielplatz der Stadt. Hinter dem Offenen St. Jakob, auf der heutigen Mentona-Moser-Anlage.

Solidarisch durch die Krise: Broken Bread

Von Christian Baumgartner, Jugendarbeiter, Kirchenkreis zwei

Es zeichnet sich noch nicht ab, wie sich die Coronakrise mittel- und langfristig auf unser Leben auswirken wird. Was allerdings deutlich sichtbar ist: Die Krise trifft die Ärmsten hart – auch mitten in Zürich. 1’400 Personen standen jüngst in der Langstrasse an, um sich eines der vielen Lebensmittelpakete des Vereins Incontro zu ergattern. Immer willkommen: Spenden für die Ärmsten.

Die Arbeit des Vereins wird durch Zuwendungen von Kirchgemeinden und Privatpersonen ermöglicht. Hier können wir als Kirche unterstützen. Auch die reformierte Kirchgemeinde Zürich engagiert sich, zum Beispiel im Kreis zwei. In den Kirchgebäuden werden von Mitgliedern zusammengestellte Pakete entgegengenommen. Freiwillige transportieren die gesammelten Lebensmittelspenden wöchentlich ins Stadtzentrum, wo sie am Freitag- und Samstagabend an die bedürftige Bevölkerung abgegeben werden. Niederschwellig, unkompliziert und schnell. Es ist eine Hilfe, die rasch ankommt und geschätzt wird. Denn sie wirkt unmittelbar.

Lebensmittelspenden sind willkommen

Gerne lade ich Sie ein, sich zu beteiligen und ein Paket an einem der Sammelorte zu deponieren. Es fällt ins Auge, dass viele Menschen ihr Paket kreativ verzieren oder eine handgeschriebene Karte an die Betroffenen beilegen. Das ist ein grosses Zeichen von Menschlichkeit in einer Zeit, welche für alle mit grossen Unsicherheiten belastet ist.

Was packe ich in das Paket (=Papiersack) ein?

Variante 1: Für unsere Freunde und Freundinnen, die eine Kochgelegenheit haben

1 Pack Toastbrot
1 Brotaufstrich (Nutella, Konfitüre, Honig)
2 Packungen / Schachteln Streichkäse / Sandwichkäse (ohne Kühlung haltbar)
2 Dosen Thon
1 kg Teigwaren und 1 kg Reis
Schokolade bzw. Schoggi‐Cake oder Madeleine
1 Dose Pastetenfüllung
1 Tomatensauce
1 Büchse Erbsli mit Rüebli bzw. Bohnen
Instantkaffee oder Tee
½ Liter Milch

Variante 2 – für unsere Freunde und Freundinnen, die obdachlos sind

1 Pack Toastbrot
1 Brotaufstrich (Nutella, Konfitüre, Honig)
2 Packungen / Schachteln Streichkäse / Sandwichkäse (ohne Kühlung haltbar)
2 Dosen Maiskörner (Dose, die man ohne Dosenöffner öffnen kann)
2 Dosen Thon
1 Pack Salami (ungekühlt haltbar)
Schokolade bzw. Schoggi‐Cake oder Madeleine
Apfelmus (in Tetrapackung oder Dose, die man ohne Dosenöffner öffnen kann)
1 Liter Orangensaft
½ Liter Milch · 1 Plastikmesser und 1 Plastiklöffel

Sammelorte in unserer Kirchgemeinde gibt es im
Kirchenkreis eins: Predigerkirche (Mo-Sa von 14.00-15.30 Uhr)
Kirchenkreis zwei:  Kirchen Enge, Kirche Leimbach (Mo-Fr 9.00 bis 19.00 Uhr) und Alte Kirche Wollishofen: (Mo-Fr 9.00 bis 17.00 Uhr)
Kirchenkreis sieben acht
Kirchenkreis neun: Alte Kirche Albisrieden und Altstetten (Fr bis 15.00 Uhr)
Kirchenkreis zehn: Kirche Höngg und Oberengstringen (bis Fr 12.00 Uhr)
Kirchenkreis elf

Über die Aktion Broken Bread hat SRF 4 News Aktuell am 5. Juni 2020 berichtet und am 23. April 2020 war ein Bericht in der NZZ.

Aktion: Beim Namen nennen

Von Pfarrerin Verena Mühlethaler, Kirchenkreis vier fünf

Seit 1993 sind mindestens 38 739 Menschen beim Versuch, nach Europa zu flüchten, gestorben.
Die meisten sind im Mittelmeer ertrunken. Andere wurden an Grenzübergängen erschossen.
Männer, Frauen, Jugendliche, Kinder, Babys.

An den Aussengrenzen Europas und in Nordafrika leben aktuell hunderttausende Menschen in
erbärmlichen Flüchtlingscamps unter katastrophalen Bedingungen. Besonders auf den
griechischen Inseln ist die Situation dramatisch. Die Corona-Pandemie verschärft die Situation
zusätzlich.

Aktion: Beim Namen nennen

Die reformierte und katholische Kirchgemeinde Zürich und verschiedene NGOs gedenken rund um den Flüchtlingstag gemeinsam mit den anderen grossen Städten der Schweiz den fast 40 000 Flüchtlingen, die seit 1993 auf ihrem Wege nach Europa gestorben sind.

Mahnmal der Trauer und des Protests

Am Samstag, 20. Juni, werden freiwillig Engagierte während dem ganzen Tag in der Wasserkirche die Namen der gestorbenen Flüchtlinge und die Begleitumstände ihres Todes verlesen und auf Zettel schreiben. Diese sollen als ein grosses Mahnmal rund um die Wasserkirche der Trauer und dem Protest über die europäische Abwehrpolitik Ausdruck geben.

Podiumsdiskussion und Ökumenischer Gottesdienst

Am 17. Juni um 20 Uhr gibt es ein virtuelles, internationales Podium zum Thema «Das Sterben auf dem Mittelmeer stoppen!».
Am Sonntag, 21. Juni um 10 Uhr findet zum Abschluss ein ökumenischer Gottesdienst im Grossmünster statt.
Mehr Informationen zu den Aktionen am Flüchtlingstag 2020

Titelfoto: Jürg Curschellas

Zwische düre e Spaziergang

Dieses Gedicht über die Pandemie hat uns die 90-jährige Magi Oberle geschickt. Geschrieben hat es ihre ebenfalls 90-jährige Freundin Ruth Hunziker – in „ihrer so herrlichen Berner Muttersprache“. Weiter schreibt Magi Oberle: „villicht gfallsts nö öperem wo au so alt isch und im Momänt nöd use cha…!“ Ein Tipp von ihr: „Probiert mal dieses Gedicht auch in Bärndütsch zu lesen – Ist nicht soooo einfach !!!!“

Zwische düre e Spaziergang
von Ruth Hunziker

We me scho dehei mues bliibe
tueni Zyt mit Charte baschtle vertriibe!
Material isch e grossi Mängi do,
s´macht Spass was derbi isch usecho!

Zwüsche düre e Spaziergang das tuet guet
und macht eim wieder guete Muet!
Däm unsichtbare „Bösewicht“
mer wei im trotze bis er bricht!

So e Krise do simer is einig
tuet Mönsche verändere u vereine!
Devise heisst jetz zäme ha
nur so chöimer dem Virus wider-sta!

S´cha nöd immer laufe wie am Schnüerli!
Me cha au chlinere  Brötli bache ufem Füürli.
Ganz anderi Sache werde wichtig,
o Hilf anä zum Poschte find i richtig!
D´Natur die tuet sech nid i-schränke,
mir Mönsche wärded zwunge zum umdänke!
D´Mainau chan i hür vergässe
woni aui Jahr druf bi versässe!

Es wird viu gmacht für üüs  Aute
wei dankbar üs a d´Vorschrifte haute!
E Durschtstrecki isch nid z´vermiide,
das wird wärli no es Wiili so bliibe!


Herzlichen Dank, liebe Ruth Hunziker, für diese schöne Gedicht. Das ist ein echter Aufsteller!

Online-Gottesdienste: Wie weiter?

Zu Beginn der Corona-Krise hat die reformierte Kirche Zürich einen Blog mit täglichen Impulsen sowie wöchentlichen Online-Gottesdiensten aufgegleist. Wie geht es nun weiter mit diesen Online-Angeboten?

Michael Braunschweig ist in der Kirchenpflege der reformierten Kirche Zürich zuständig für das Ressort Mitglieder, Kommunikation & Gesellschaftspolitik.

Projekt Junge Kantorei Enge

Song of the Week

Von Ulrich Meldau, Kantor, Kirchenkreis zwei

Junge Menschen singen Pop & Gospel gegen den Corona Blues.

Unter diesem Motto startete das Projekt Ende April. Nun werden Lockerungen des Lockdowns in schnellem Tempo umgesetzt. Die Welt scheint sich – zumindest in Europa – langsam in Richtung Normalisierung zu bewegen. Eine Unsicherheit bleibt jedoch bestehen und der „Song of the Week“ geht weiter – mit einer der eindrücklichsten Popkompositionen: „One of Us“, geschrieben von Eric Bazilian, bekannt geworden durch Joan Osborne. Was wäre, wenn Gott einer von uns wäre? Vielleicht ein Unbekannter im Bus? Was würdest du ihn fragen wollen?

Ausführende sind erneut Jugendliche und junge Erwachsenen aus dem Umfeld der Jungen Kantorei Enge. Besonders spannend das „Gitarrenduell“ zwischen einem Engemer ex-Konfirmand und dem Ängi Voices Gitarrist früherer Jahre, der für dieses Projekt ein spontanes Comeback gab…

Die musikalische Leitung des Projekts haben Barbara und Ulrich Meldau.

Aktion Pfingst-Sonne

In der Nacht des Pfingstsamstags, 30. Mai 2020, wurde das verdunkelte Grossmünster Zürich
im Farbenspiel des Sonnenlichts aufgeschaltet. Im Lichtspiel des bekannten Lichtkünstlers Gerry Hofstetter widerspiegelte sich die Freude der Reformierten Kirche des Kantons Zürich, ab Pfingsten wieder Gottesdienste feiern zu können. Die Aktion begann um 22.00 Uhr und endete um 23.30 Uhr.

Hier einige Bildeindrücke:

Aktion Pfingst-Sonne Frühling

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Das Lichtspiel des Lichtkünstlers Gerry Hofstetter am 30. Mai 2020 widerspiegelt die Freude der Reformierten, dass wieder Gottesdienste stattfinden dürfen.

Kirchen sind durch alle Zeiten und Seuchen hindurch Gedächtnis dafür, dass der Segen Gottes
Menschen behütet und begleitet. Sie sind für Stadt und Land Gewissen dafür, dass im verantwortungsvollen Zusammenleben zwischen Gott, Mensch und Mitmensch ein Segen liegt. Kirchtürme inszenieren mit den Menschen, die sich in den Kirchenräumen versammeln, Hoffnungsgeschichten, die vom Niedergang der Sonne bis zu ihrem Aufgang Gottes Lob mit frohen und schweren Zeiten verbinden. Mit dieser Aktion werden Menschen, die in dieser Krisenzeit ausserordentlich helfen sowie Menschen, die leiden und sterben, ins rechte Licht gesetzt. Ihnen gilt die Solidarität aller Kirchen, repräsentiert durch das Grossmünster.

Nach dem Lockdown am 22. März geschah an Pfingsten die Wiedereröffnung, sichtbar in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Das Sonnenlicht, gebrochen am Grossmünster, schien nach Sonnenuntergang auf. Es sind die vier Farben der vier Jahreszeiten. Das heisst: Durch alle Zeiten und Jahre hindurch soll der Segen Gottes Stadt und Land gerade in Notzeiten behüten. Damit setzt die Aktion Pfingst-Sonne den Stadtsegen, der an Ostern vom Turm des Grossmünsters gerufen wurde, in einen strahlenden Lichtbogen.

Mit diesem von Gerry Hofstetter gestalteten Lichtspiel machte die reformierte Kirche von Kanton und Stadt Zürich zusammen mit dem Kirchkreis eins ihre Freude darüber sichtbar, dass ab Pfingsten wieder Menschen in allen Kirchen zusammenkommen, um Gott zu loben und Gottesdienste zu feiern.

Die Kirchen waren während des Lockdowns immer offen, Pfarrpersonen waren während den Gottesdienstzeiten präsent vor Ort.