Elia stand auf, ass und trank und ging

Gespräch der Pfarrerinnen Chatrina Gaudenz und Eva Rüsch

Ende Juni hören Eva Rüsch und Chatrina Gaudenz auf, im Kirchenkreis zwei als Pfarrerinnen zu amten. Wegen der Corona-Restriktionen wissen wir im Moment nicht, ob wir ihr Abschiedsgottesdienst wie geplant am 14. Juni am Hauriweg gefeiert werden kann oder nicht. Deshalb haben sich die beiden Pfarrerinnen enstchlossen, Sie bereits jetzt in ihre Vorbereitungen für diesen Abend einzubeziehen.

Chatrina Gaudenz: Wenn ich über Wege nachdenke, auf denen wir in unserem Leben unterwegs sind, kommt mir der Prophet Elia in den Sinn. Er geht lange Wege. Und einmal läuft er bis ans Ende seiner Kraft, legt sich unter einen knorrigen Wacholder und sagt zu sich selbst: «Es ist genug!»

Eva Rüsch: Dieses Wort «genug» habe ich in letzter Zeit oft gehört. Im Sinn von: Es reicht! Keine Besuche, eingeschränkte Freiheiten, finanzielle Sorgen. Es ist genug, das Mass ist voll; manchmal können wir einfach nicht mehr – wie Elia.

Chatrina Gaudenz: Zum Glück geht die Geschichte im ersten Buch der Könige weiter. Genug kann nie genügen, singt Konstantin Wecker einmal… Gott schickt Elia einen Engel, der ihn fürsorglich und bestimmt unterstützt. Der Engel sagt zu Elia: «Steh auf und iss!»

Eva Rüsch: Nachbarinnen und Nachbarn, Kinder, Freiwillige haben sich in den vergangenen Wochen als Engel gezeigt: «Kann ich für dich einkaufen? Bleib du daheim. Ich erledige das für dich.» Dabei war auch manchmal eine Portion Bestimmtheit nötig… Der Engel sagt: «Du hast einen weiten Weg vor dir!» Wie bei Elia liegt wohl ein langes Wegstück vor uns, das uns zurück in die Normalität führt. Gleichzeitig weckt dieser Satz in mir den Wunsch, dass ein Engel am Wegrand von uns allen steht.

Chatrina Gaudenz: Wo führt Dich Dein Weg denn jetzt hin? Verrätst Du mir das?

Eva Rüsch: Er führt mich in die Nähe von Winterthur, eine Gegend, die mir wohl vertraut ist. Dort werde ich in einem Alterszentrum als Seelsorgerin tätig sein und freue mich sehr darauf! In genau diesem Heim habe ich übrigens als Studentin während den Semesterferien in der Pflegeabteilung gearbeitet. Und Du?

Chatrina Gaudenz: Ich bleibe in der reformierten Kirchgemeinde Zürich. Ich bin als Pfarrerin im Kirchenkreis sieben acht nominiert, wo ich auch jetzt bereits amte. Du, Eva, aber bevor Elia seinen Weg fortsetzt, stärkt der Engel ihn. Er stellt ihm geröstetes Brot und einen Krug voll frisches Wasser vor die Nase. Mir gefällt das. Was nimmst Du mit auf Deinen Weg?

Eva Rüsch: Wegzehrung! Davon habe ich in Wollishofen, im Kirchenkreis zwei viel bekommen. Einen ganzen Korb voll guter Begegnungen mit engagierten Menschen und eine tolle Zusammenarbeit wie mit den Sigristinnen und Sigristen. In meinen Korb packe ich verschiedenste Erfahrungen, die mir auf meinem weiteren Weg als Pfarrerin weiterhelfen. Besondere Freude bereiteten mir jeweils gemeinsam durchgeführte Gottesdienste wie am Ewigkeitssonntag, oder auch das Trauercafé Horizont. Dafür sage ich allen in der Kirchgemeinde DANKE!

Chatrina Gaudenz: Ich wünsche Dir von Herzen viel Glück! Die Wegzehrung von Elia übrigens – ein Bissen Brot und ein Krug voll Wasser, halten ihn 40 Tage und 40 Nächte lang bei Kräften und das mitten in der Wüste! Das muss eine ganz besondere Wegzehrung gewesen sein: Brot des Lebens? Wasser des Lebens? Das Leben selbst? Was meinst Du?

Eva Rüsch: Halt, halt! Wir sind bereits am Ende des Artikels. Chatrina, ich schlage vor, dass wir dieses Gespräch an unserem Abschiedsgottesdienst fortsetzen.

In der Hoffnung, dass wir einander dann als Gemeinde wiedersehen, freuen wir uns herzlich, wenn Sie am 14. Juni mit dabei sind!


Tamar war zur Zeit Elias ein wichtiger Grenzübergang, bevor man in die Wüste Richtung Sinai aufbrach.  Es ist nicht ausgeschlossen und wäre gar nicht überraschend, wenn Elia seine letzte Nacht, bevor er in die Wüste ging, hier verbrachte.

Elia am Horeb (1. Buch der Könige 19, 4 ff.)

Elia aber ging hin in die Wüste eine Tagereise weit und kam und setzte sich unter einen Wacholder und wünschte sich zu sterben und sprach: Es ist genug, so nimm nun, Herr, meine Seele; ich bin nicht besser als meine Väter. Und er legte sich hin und schlief unter dem Wacholder. Und siehe, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! Und er sah sich um, und siehe, zu seinen Häupten lag ein geröstetes Brot und ein Krug mit Wasser. Und als er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen. Und der Engel des Herrn kam zum zweiten Mal wieder und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir. Und er stand auf und ass und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Gottes, dem Horeb.

Die Himmelsleiter – im Garten und in der Bibel

Von Pfarrer Matthias Reuter

In diesem Frühjahr blüht bei uns Pfarrgarten eine wunderschöne blaue Himmelsleiter, auch Jakobsleiter genannt. Ich habe sie im letzten Jahr auf dem Wildstaudenmarkt hier in Horgen gekauft – einfach, weil ich den Namen so schön fand. Ich wusste nichts über die Pflanze. Inzwischen freue ich mich über die wunderschönen himmelblauen Blüten mit langen, auffallend gelb gefärbten Staubblätter. Noch mehr freut mich, dass nicht nur ich die Himmelsleiter mag, sondern sie auch bei vielen Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlingen begehrt ist. Der Name der Pflanze leuchtet mir ein: Die länglichen, gefiederten Blätter wirken wie kleine Leitern.

Zum anderen erinnert der Name an eine biblische Geschichte, in der Jakob von einer Himmelsleiter träumt: Der biblische Jakob hat so einiges auf dem Kerbholz. Er hat betrogen – seinen Bruder und seinen alten Vater. Ergaunert hat er sich von seinem blinden Vater den Segen, der seinem älteren Bruder Esau zugestanden hätte. Und verbunden mit dem Segen auch allen Besitz des Vaters. Jakob weiss um seinen Betrug, er hat ihn ganz bewusst begangen; und er ist nicht mehr rückgängig zu machen. Auch wenn der Vater schier verzweifelt und der Bruder platzt vor Wut. Also flieht Jakob aus Angst vor der Rache seines Bruders. Richtung Osten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang führt ihn sein Weg. Es wird dunkel. Weit und breit kein Haus, keine Hütte, die Unterschlupf bietet, nur eine verlassene Stätte mit ein paar Steinen. Das muss reichen.

Jakob schläft ein und beginnt zu träumen. Eigentlich müsste Jakob Albträume haben, auf der Flucht vor dem Bruder, den er hintergangen hat. Auf der Flucht vor sich selbst. Doch Jakob wird ein wunderschöner Traum geschenkt. Er träumt von einem offenen Himmel, von einer Leiter, die vom Himmel bis auf die Erde reicht, auf der Gottes Boten hinauf- und hinabsteigen. (Gen 28,12ff). Mehr noch: In seinem Traum hört Jakob Gottes Stimme, die ihn segnet: Ich bin mit dir und werde dich behüten, wohin du auch gehst.

Gottes Segen für Jakob zeigt mir, dass Gott frei darin ist, wem er sich wann, wo und wie zeigt und wem er seinen Segen zukommen lässt. Auch Menschen mit keiner blütenweissen Weste. Wer hat die schon? Gott richtet nicht nach den Buchstaben des Gesetzes. Was wäre dann aus Jakob geworden? Was würde aus mir? Gott hat andere Massstäbe als wir Menschen. Und vor allem ist Gott barmherzig. Und darum müssen wir auch nicht immer so streng mit uns sein, wenn Gott uns doch segnet.

Fotos: Matthias Reuter.

Wir beten für Euch

Von Simon Brechbühler, Sozialdiakon, Kirchenkreis zwölf

Solidarität im Gebet – auf geht es in die neue Normalität. Wenn Ihr ein Gebetsanliegen habt oder Wünsche für Fürbitten, dann meldet diese hier an.

März, 2020: Eine Welt im Winterschlaf! Corona brachte das schnelllebige, rasante Leben in der Schweiz nahezu zum Stillstand. Die Menschen igelten sich ein, stellten sich auf die Krise ein und meisterten die spezielle Zeit solidarisch und gemeinsam. Ganz nach dem Motto «Alle für Eine*n und Eine*r für Alle».

Mai, 2020: Eine Welt erwacht. Alle drängen nach draussen und freuen sich über die Lockerungen. Alle, ausser «die Einen». Die Einen, die sich so sehr wünschen, dass alles wieder so wird, wie es früher war.

Der Weg in die neue Normalität ist für die Einen ein steiniger und steiler Pfad. Und diese Einen werden nicht mit dem Schild um den Hals am Wegrand stehen, sondern sie sind versteckt, zurückgezogen, isoliert. Und diese Einen brauchen auch in der neuen Normalität eine solidarische Gesellschaft.

Am kommenden Sonntag gestaltet der Kirchenkreis zwölf gemeinsam mit Konfirmanden*innen einen digitalen Gottesdienst und möchte sich im Gebet für diese Einen solidarisch zeigen. Dazu laden wir Euch ein, uns ein Gebetsanliegen mit Kommentar zukommen zu lassen.

Mehr über Solidarität für Zürich, das Hilfsangebot, das Simon Brechbühler im Zuge der Corona-Pandemie initiiert hat, findet ihr hier.

Wenn Ihr Hilfe braucht oder helfen wollte, hier sind die Kontaktdaten von Solidarität für Zürich:
Webseite:        http://soli.junge-kirche.ch/
E-Mail:            simon@junge-kirche.ch
Kontakt:          077 512 30 38 (für Fragen und Anregungen: 079 173 93 12)
Facebook:        https://www.facebook.com/groups/224445642084179/

Foto: Anja Wurm.

Vom Wert der Ungeduld und der Empörung

von Renate von Ballmoos, Pfarrerin Kirchenkreis eins, Predigerkirche

Noch immer keine Veranstaltungshinweise auf diesen Seiten. Noch immer Gottesdienste gestreamt, am Fernsehen oder im Radio, Gespräche meistens per Telefon und unzählige Gruppenaktivitäten, kreativ zwar, aber eben doch nicht so erlebbar, wie es uns lieb und vertraut ist. So zeigt sich unsere Situation hier in Zürich wie fast überall in Europa, und viele unter uns werden ungeduldig. Ich auch. Wie gern würde ich wieder Gottesdienste feiern und gemeinsam mit andern am frühen Morgen meditieren.

Wie gern würden wir wieder Freundinnen und Freunde treffen und endlich wieder mal mit den Eltern unterwegs sein. Wie gern wieder mal ein Konzert besuchen, fein Essen gehen, in einer Bar sitzen, Kolleginnen und Kollegen treffen spät nachts im Ausgang, die vertraute Bridge- oder Jassrunde wieder aufnehmen, im Chor singen oder endlich wieder das Fussballtraining aufnehmen.

Unsere Bedürfnisse sind zwar unterschiedlich, aber sie sind da. «Wie gern…..» Und nun hören wir immer und überall, wir sollen uns gedulden, zuhause bleiben und zufrieden sein, wir hätten es ja gut, und andere würde es viel härter treffen. Das stimmt alles. Diese Aussage ist 100% richtig.

Aber ich bin dennoch überzeugt, dass unsere Ungeduld wichtig ist, und dass wir sie beibehalten sollen. Nicht damit wir quengelig werden, sondern damit wir vermeiden, dem Virus eine positive Bedeutung zuzuschreiben, gar dieses Virus zu einem Fingerzeig Gottes zu machen.

Denn ich bin überzeugt: Es ist nicht «für etwas gut», dass dieses Virus die ganze Welt lahmlegt, sondern es kostet unzählige Menschenleben und wird zusätzlich viele wirtschaftliche Existenzmöglichkeiten vernichten. Die Armut und die Not werden nachher grösser sein als vorher. Das ist zu befürchten.

Ich erinnere mich an die Hiobsgeschichte, die uns in der Bibel erzählt wird. Es geht um die Frage: Warum trifft uns Menschen ein Schicksalsschlag? Warum mich und nicht andere? Was steht hinter Glück und Unglück?

Während die mythischen Kapitel der Geschichte die Verantwortung dem Widersacher Gottes, dem Satan zu schreiben, der mit Gott eine Wette eingeht, ob Hiob denn auch wirklich an seinem Vertrauen festhielte, wenn er alles verlieren würde, interpretieren spätere Textteile das Unglück Hiobs als Strafe Gottes, als Prüfung Gottes oder als Erziehung des Menschen durch Gott. Doch Hiob wehrt sich in den biblischen Texten gegen all diese Deutungen, er rebelliert, arrangiert sich nicht mit seinem Unglück, ist empört, wütend, zornig…. und findet erst nach einer ganz besonderen Vision seine Ruhe wieder. In dieser Vision zeigt Gott dem Hiob die Schöpfung in ihrer ganzen Schönheit und Grossartigkeit, mit ihrer für uns Menschen letztlich nicht fassbaren und schon gar nicht manipulierbaren Kraft. Und so gelingt es Hiob, zu einer Einsicht zu kommen.

In meiner Sprache und unserer Situation würde ich diese Einsicht so ausdrücken: «Ja, es ist ein wunderbarer Frühling, eine lebendige Kraft, die selten so blühend und schön zu erleben war wie in diesem Jahr und die ich genauso wenig verstehen und beeinflussen kann wie das Virus, das auch Teil dieser Schöpfung ist. Warum, weshalb, wozu? Das sind unzulängliche Fragen, darauf wird es nie allgemeingültige Antworten geben. Wer bin ich denn, den Sinn solchen Geschehens deuten zu wollen?»

Und so wünsche ich uns, dass wir uns von Hiob ermahnen lassen und uns nicht mit vorschnellen, scheinbar tiefgründigen Antworten zum Sinn dieser Viruspandemie befassen und zufrieden geben, sondern daran festhalten, dass Zerstörung, Krankheit, Einsamkeit, Armut und Not nicht das Normale sind, sondern das Störende und Verstörende bleiben – immer bleiben müssen.

Und: Irgendwann wird sich unsere Situation wieder verändern. Wer weiss, wann und wie?

Urnengrab

„Wenn ich sterbe….

von Angelika Steiner Kirchenkreis zwei

«Wenn ich sterbe, wird die Kirche leer sein, es wird niemand kommen.» Lilly sass an ihrem Stubentisch und betrachtete den köstlichen Geburtstagskuchen, der vor ihr lag. Hans, ihr Mann, schwieg und bewegte sich weiter zwischen Kaffeemaschine und Gästen hin und her. Wir sprachen nicht das erste Mal über ihre Beerdigung und auch nicht über ihre Befürchtung, dass niemand an die Abdankung kommen könnte, um ihr die letzte Ehre zu erweisen.

Ich fragte sie: «Lilly, wieso sagst du das? Du lebst schon so lange in Leimbach, die Menschen kennen und mögen Dich, Du hast so viele Jahre im Kirchenchor mitgesungen, du warst immer, wenn möglich, an allen Veranstaltungen im Quartier dabei, wie zum Beispiel im Theater und an Männerchorkonzerten. Wieso sagst Du das immer wieder?» «Ich kann es Dir nicht sagen. Ich weiss es einfach. Es wird niemand kommen, um Abschied zu nehmen. Die Kirche wird leer sein.»

An dieser Stelle wechselten wir, wie so oft, das Thema und sprachen über den Alltag und die Neuigkeiten aus dem Quartier. Hans servierte weiter Kaffee und Kuchen, da laufend neue Gäste eintrafen. Nach einiger Zeit löste sich die Geburtstagsrunde auf.

Mit Hans war sie nun fast 70 Jahre verheiratet und fast so lange lebten sie auch in Leimbach. Sie freute sich darauf, ihr 70-jähriges Jubiläum am 26. August 2020 zusammen mit Hans zu feiern. Voller Respekt und tiefer Bewunderung beobachtete ich die beiden. In all den Jahren mussten sie gemeinsam einige Schicksalsschläge  meistern. Den Tod ihres Sohnes Hanspeter zu akzeptieren, war das Schwerste überhaupt. Der Schmerz über diesen Verlust war stets spürbar und gehörte von da an zu ihrem Leben.

Auch wenn Lilly von vielen körperlichen Einschränkungen und Schmerzen geplagt war, versuchte sie, am gesellschaftlichen Leben weiter teilzunehmen und freute sich auf ihr Jubiläum, in der Hoffnung,  noch genügend Kraft zu haben, dieses Fest zu geniessen. Sie schätzte sehr, dass Ihr Hans gesundheitlich noch recht fit war. So konnte er sich um den Haushalt kümmern und musste das Autofahren auch nicht so schnell aufgeben. Irgendwann wurde es aber zu viel und sie entschlossen sich, gemeinsam ins Alterszentrum zu ziehen.

wird die Kirche leer sein.

Auch als ich Lilly vor ein paar Wochen in ihrem neuen Daheim im Alterszentrum besuchte, sagte sie wieder diesen Satz: «Wenn ich sterbe, wird die Kirche leer sein.»

Sie starb am 28. März, ein paar Monate vor ihrem 70. Hochzeitstag. Ihr Lebenskreis ist nun vollendet, sie ist zurück bei ihrem Schöpfer und ihrem Sohn, woran sie immer glaubte.  Auf dem Friedhof standen neun Personen um die Urne, inklusive Friedhofgärtner und nahmen im kleinen Kreise von ihr Abschied. Wegen Corona mit 2 Meter Abstand und die Kirche war leer, wie sie es immer voraus sagte.

Die Gedenkfeier fällt aber nicht aus, sie wird einfach zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden und die Kirche wird dann nicht leer sein. Alle werden sie an Lilly denken und ihr Leben rückblickend zur Sprache bringen. Der Kirchenchor wird ihre Lieblingslieder singen und wir werden dann zu ihrem Konfirmationsspruch von ihr Abschied nehmen.

 «In mir habt ihr Frieden, in der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.»

Joh. 16, 33

Wir werden nicht nur Lilly, sondern all die Menschen, die unsere Welt in diesen Wochen verlassen haben, nochmals in unsere Mitte nehmen und uns an sie erinnern. Wir wollen uns dann gegenseitig trösten und wieder in den Arm nehmen und uns nahe sein. Egal, ob dies im Sommer, im Herbst oder an ihrem ersten Todestag sein wird.

Was immer die Beweggründe für die Voraussage von Lilly waren, es ist genauso eingetroffen.  Für sie ist das aber nicht mehr wichtig, denn sie ist jetzt in der Welt des Friedens, wie immer sie sich diese Welt des Friedens vorstellte.

Jesus spricht von einem Frieden, der unsere Vorstellungskraft sprengt, ein Friede, den wir hier auf dieser Erde vermissen. Aber es gibt ihn. Darauf dürfen wir hoffen und vertrauen. Und daran sollen wir bereits jetzt und heute mitwirken. Es ist nicht der Horizont, der unsere Erde begrenzt und nicht der Tod, der ein Leben beendet. Es sind die Erinnerungen, der Glaube, dass es mehr gibt als wir sehen und sind.

Auch wenn ich zusammen mit Hans und seiner Familie traurig bin über den Tod von Lilly, so freue ich mich, sie und ihr Leben zu einem späteren Zeitpunkt nochmals zu würdigen und zwar in einer Kirche, die dann belebt sein wird, mit Menschen, die sie kannten und sich von ihr verabschieden werden.

Gespräch mit meiner Mutter

«Meinst Du, es ist wirklich so gefährlich?» Meine Mutter sass auf dem Sofa und schaute besorgt in meine Richtung.

Von Pfarrerin Angelika Steiner, Kirchenkreis zwei

Meine Mutter ist über achtzigjährig und wohnt seit mehr als sechzig Jahren im Emmental. Auch wenn ihr das Gehen Mühe bereitet und sie einen Gehstock als Hilfe benötigt, verliess sie bis vor kurzem jeden Tag das Haus für Einkäufe und Kaffeeklatschs. Ihren Lottoschein abgeben, Aquafit und Jassen standen auf dem wöchentlichen Programm.

Wegen ihres hohen Alters und einer zurückliegenden Krebserkrankung gehört sie mehrfach zur Risikogruppe. Sie ahnte natürlich, wie meine Antwort ausfallen würde.

«Ja, ist es. Wir müssen darauf achten, die Vorgaben strikte einzuhalten und auch die Empfehlungen ernst nehmen». Sie dachte einen kurzen Moment nach und sagte: «Ich musste schon oft schwierige Zeiten überstehen, dann müssen wir jetzt halt da durch». Sie ist 1939 in Deutschland geboren und verlor beim letzten Bombenangriff auf die Heimatstadt ihre Mutter. Sie weiss, was es bedeutet, in dunklen Kellern auszuharren und zu hoffen, dass es einem nicht trifft.

«Weisheit wird in dein Herz einziehen,
und das Wissen wird deiner Seele wohltun»

Sprüche 2,10

«Immerhin», fuhr sie in ihren Äusserungen fort, «dringt Licht durch mein Wohnzimmerfenster und ich kann mich jederzeit auf meinem Balkon aufhalten und die Sonne geniessen. Wir haben Glück in der Schweiz zu leben.» Ich lächelte ihr aus Distanz zu und freute mich über ihre Worte, denn sie zeigten mir, dass sie die ernste Lage richtig einschätzte.

Ich besuchte sie an diesem Tag, weil ich ihre Einkäufe tätigte. Ich musste meine erlebten Eindrücke erst einmal verdauen. Im Frischmarkt kam mir nämlich Frau S. entgegen, sie war wie meine Mutter über achtzigjährig. Ich fragte danach die Verkäuferin, ob es nicht möglich wäre, den älteren Menschen die Einkäufe nach Hause zu liefern, auch wegen der Gefahr einer möglichen totalen Ausgangssperre. Sie antwortete: «Wenn dies Leute wollen, liefern wir das selbstverständlich. Aber Frau S. isch zwäg, und wissen Sie, wir nehmen hier alles ein wenig gemächlicher und mit Humor».

So dachten am Anfang viele. Aber ich bin überzeugt, sie und all die anderen haben ihre Meinung inzwischen aufgrund der Zahlen von den Erkrankten geändert und nehmen es nicht mehr so locker. Inzwischen sind alle gefordert, nicht nur die ältere Generation und die Risikogruppen. Die ganze Arbeitswelt steht Kopf und auch Kinder und Jugendliche, die seit Tagen und auch noch für Wochen daheim bleiben müssen, ohne Schule und Freunde zu treffen, sind eingeschränkt.

«Die Umsicht wird über dir wachen,
die Einsicht wird dich beschützen»      

Sprüche 2,11

Da ich nicht in der Nähe von meiner Mutter wohne, werden meine Schwester und ihre Kinder sich um sie und ihre Einkäufe kümmern. Bevor ich meine Mutter verabschiedete, sagte sie etwas nachdenklich: «Weisst Du, ich wurde als Kind von heute auf morgen aufs Land gebracht, wegen der Kinderlähmung in unserer Stadt. Es war hart, meine gewohnte Umgebung zu verlassen. Ich fühlte mich einsam und ausgeschlossen, war wütend und traurig gleichzeitig. Aber ich hatte im Gegensatz zu einigen von meinen Freundinnen Glück und blieb gesund. Ich glaube, es ist vorherbestimmt, wann wir gehen müssen. Alles hat seine Zeit. Und jetzt ist für mich die Zeit, daheim zu bleiben und mir helfen zu lassen».

Bewegt und beruhigt trat ich meinen Heimweg an. Ich wusste nun, meine Mutter besass die Kraft und die Ressourcen einer Generation, die schon viele schwere Zeiten durchstehen musste und sich im richtigen Moment auch wieder daran erinnert. Sie machte mir Mut, ich weiss jetzt, dass sie durch ihre Haltung diese aussergewöhnliche Zeit gut überstehen wird.

Ich habe von meiner Mutter einmal mehr gelernt, dass alles seine Zeit hat und dass es jetzt Zeit ist, daheim zu bleiben. Und auch, dass es immer Zeit ist zu vertrauen, dass wir Zeiten der Herausforderungen gehalten und getragen werden von einer göttlichen Kraft, die uns schützt, aber auch schwere Zeiten zumutet. Es ist Zeit, sich einzuschränken und über vieles nachzudenken; so wie wir im Buch der Sprüche aufgefordert werden:

«Weisheit wird in dein Herz einziehen,
und das Wissen wird deiner Seele wohltun.

Die Umsicht wird über dir wachen,
die Einsicht wird dich beschützen
»

Sprüche 2, 10 +11

Zwischen Palmsonntag und Karfreitag, zwischen «Hosianna» und «Kreuzigen»

Von Renate von Ballmoos, Pfarrerin Predigerkirche (Kirchenkreis eins)

Wie schnell doch die Stimmung kippen kann: Aus Begeisterung wird Ernüchterung, aus Jubel Gezänk und Gezeter, aus Verehrung und Hoffnung wird Resignation, gar Hass.

«Hosianna» riefen die Menschen bei Jesu Einzug in Jerusalem. Auf einem jungen Esel kam er geritten, umjubelt, beklatscht, emporgehoben, als Friedensfürst und König willkommen geheissen. «Hosianna!» Doch bald schon kippte die Stimmung, wie so oft. Und die Menschen schrien, ebenso fanatisch: «Kreuzigen»…

Wie oft sind auch wir bereit, gedankenlos mitzuklatschen oder mitzuschreien, wie oft verzichten wir aufs kritische Denken, und übernehmen für unser Schreien, unser Handeln keine Verantwortung. «Die andern denken, rufen, handeln ja auch so…». Und wie oft schlägt unser Mitmachen und Mitschreien um in Gleichgültigkeit, in dumpfes Schweigen aus Angst, aus Enttäuschung und Resignation.

Damals muss etwas Ähnliches geschehen sein. Die Menschen, die erst noch so gejubelt oder später geschrien hatten, sie alle, fast alle, haben sich später, als es ernst wurde, todernst, sie haben sich davongestohlen, still, ängstlich, enttäuscht.

Nicht nur in diesem Jahr, aber in diesem ganz besonders, sind wir in Gefahr, dass es uns ähnlich geht. Die Osterfreude wird uns vergällt. Wer gewohnt war, in Gottesdiensten und Meditationsnächten diese besondere Zeit zu begehen, wird auf schale Ersatzangebote angewiesen sein. Wer gewohnt war, beim grossen und gemütlichen gemeinsamen Osterbrunch die Auferstehungsfreude zu feiern, wird dies in ganz kleiner Runde oder allein tun müssen. Und all die schönen Osterausflüge sollen wir auch sein lassen.

Leere Bahnhöfe und leere Strassen dominieren zurzeit unseren Alltag.

Schlägt unsere vernünftige, pragmatische Haltung der letzten Wochen um in trotziges «jetzt erst recht» oder gar in tiefe Depression?

Ich wünsche uns, dass wir auch ohne die gewohnten Oster-Rituale und Fest-Gewohnheiten etwas davon spüren, dass Auferstehung stattfindet, immer stattfindet, «für uns» stattfindet – auch wenn wir diesmal aufs Feiern verzichten müssen.

Am Ende der Suche und der Frage nach Gott steht…

Von Pfarrerin Stefanie Porš, Kirchenkreis sieben acht

So anders ist das Leben plötzlich geworden. Sie sorgt sich um ihren alten, kranken Vater, stellt ihm täglich das Essen vor die Türe. Am Abend ruft sie ihn an und will so sicher gehen, dass er daheim zurechtkommt.

Das Telefonieren tut beiden gut. Nähe ist auch so erfahrbar, obschon sich beide nach dem Gesicht des anderen sehnen. Die Tochter möchte möglichst oft in der Nähe ihres Vaters sein. Wer weiss, wie lange er noch leben wird? Und der Vater ist dankbar für seine Tochter, die sich neben Arbeit und Familie um ihn kümmert.

Seit der letzten Umarmung sind wenige Tage vergangen. Dem betagten Vater kommt diese Zeit schon sehr lange vor. Gott sei Dank gibt es das Radio, den Fernseher und eben auch das Telefon. Alles Erfindungen des modernen Menschen, die nicht schon immer da waren.

So kann er auch jetzt, wo er den ganzen Tag zu Hause bleiben muss, mit anderen in Kontakt kommen. Anteilnehmen an den Ereignissen in der kleinen und grossen Welt. Er weiss: Ich bin nicht allein. Vielen Menschen rund um den Erdball geht es jetzt gleich wie ihm. Manche sind ganz isoliert, abgeschnitten von ihrer Umwelt oder gar angesteckt auf der Intensivstation. Andere geraten durch diese ausserordentliche Lage in eine noch grössere persönliche Krise. Und nochmals andere sind von den wirtschaftlichen Folgen betroffen, haben weniger Lohn oder verlieren gar ihr eigenes Unternehmen.


«Am Ende der Suche und der Frage nach Gott steht keine Antwort, sondern eine Umarmung.»

(Dorothee Sölle)

Der Vater sehnt sich nach einer Umarmung. Nach einem Menschen aus Fleisch und Blut, der ihm seine Zuwendung ganz körperlich zeigt. Nach einer Berührung, die auch sein altgewordener Körper dringend braucht. «Am Ende der Suche und der Frage nach Gott steht keine Antwort, sondern eine Umarmung», hat seine Tochter ihm auf einer Karte geschrieben und dem Abendessen beigelegt.

Diesen Satz hat sie sich von der Theologin und Dichterin Dorothee Sölle geliehen. Wie gut ihm diese Worte nun tun. Sie machen ihn stark zum Leben. In Gedanken umarmen will er seine Kinder, die übriggebliebenen Freunde, die Verkäuferinnen, die Postboten, die Ärzte und Pflegefachfrauen, die Menschen draussen in der Welt. Alle, die sich in dieser Zeit so sehr bemühen, dass die Krise gemeinsam überwunden wird. In dieser Umarmung spürt er: Ich bin verbunden mit allen und mit Gott, der Leben schenkt und Leben wieder zu sich nimmt. Der mir in dieser so anderen Zeit seinen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit schenkt.

Das Virus und der liebe Gott

Von Pfarrer Jürg Baumgartner

Pfarrer Jürg Baumgartner.

Auf den ersten Blick haben die beiden wenig gemeinsam. Weil: das Virus ist nicht lieb, sondern richtig bösartig, und die Vorstellungen über Gottes Wesen und Gestalt mögen zwar vielfältig und von unterschiedlichster Prägung sein, aber ein Virus ist Gott doch ganz bestimmt nicht, oder?

Allerdings kommt mir bei dieser – eigentlich mehr rhetorisch gemeinten – Frage sofort ein Ausspruch von einer bekannten Persönlichkeit aus der Vergangenheit in den Sinn: der russische Religionsphilosoph Nikolai Berdjajew (1874-1948) soll einst mit Bedauern festgestellt haben, dass die Menschen, alle Menschen «unheilbar religiös» seien.

Im Licht der Aufklärung und der Philosophie des Materialismus wird Religiosität, also der Glaube an ein übernatürliches Wesen (oder auch mehrere) als eine unheilbare Krankheit beschrieben, und demzufolge wäre dann der Vergleich mit dem Virus als Gestalt oder Ausdrucksform Gottes schon etwas weniger abwegig.

Noch weniger abwegig wird dieser Gedanke, wenn wir uns heute umschauen, was dieses neue Corona-Virus alles «schafft» und bewirkt: Es ist buchstäblich in aller Munde, es beherrscht die Schlagzeilen aller Zeitungen und Magazine, die News- und Diskussionssendungen aller TV-Stationen, und auch die neuen sozialen Medien sind «durchseucht» davon.

Es sorgt – durch seine Omnipräsenz und seine rasante Ausbreitung – dafür, dass in unzähligen Ländern Regierungen Massnahmen ergreifen und Regeln aufstellen, die die Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger ganz massiv einschränken. Ohne dass es deshalb zu Aufständen und Revolutionen kommen würde! Das ist doch recht erstaunlich! Nebenbei werden dank der Massnahmen gegen das Virus auch noch die Luft und das Wasser entlastet.

Da muss doch – könnten wir denken – sozusagen eine höhere Macht im Spiel sein, ein unverfügbares, allerdings höchst bedrohliches Etwas, dass uns geradezu dazu zwingt, auch einschneidende Vorschriften und Einschränkungen getreulich zu befolgen. Also, lieb ist dieses Etwas in keinem Fall, aber von der «Potenz» und von der Unverfügbarkeit her nicht allzuweit von etwas Göttlichem oder Gottähnlichem entfernt. Von seiner Qualität der Lebensminderung und Lebensbedrohung her könnten wir leicht auch an eine dämonische Macht denken…

Nach meinem Dafürhalten findet in unserer Gesellschaft, in Wissenschaft und Politik zurzeit tatsächlich ein solcher Prozess der Dämonisierung statt. Ein bereits seit etlichen Jahren bekannter Krankheitserreger, das Corona-Virus, das in einen neuen Stamm, das Sars-Co-II-Virus mutiert hat, wird in seiner Bedeutung und seiner Mächtigkeit von Experten und Spezialisten in einer Weise «überhöht» und mit Zerstörungspotential ausgestattet, die dem an sich banalen Grippevirus in keiner Weise «gerecht» wird. Die hohe Gefährdung für ältere Menschen mit entsprechenden Vorerkrankungen halte ich zwar auch für unbestritten, ebenso die leichte Übertragbarkeit des Virus und seine dadurch bedingte, kaum einzudämmende Ausbreitung. Diese hat das Virus aber mit vielen anderen Grippeviren gemeinsam.

Zu Grunde liegt diesem Prozess der Dämonisierung nach meiner Wahrnehmung aber eine tief in uns Menschen angelegte Angst vor dem Sterben und dem Tod. Und diese Angst ist in den vergangenen knapp drei Monaten in einer Weise genährt, befeuert und beschworen worden, dass wir alle mehr und mehr unseres Verstandes und vielleicht auch unseres Glaubens beraubt werden. Dabei könnte uns gerade in Bezug auf unsere Angst der Glaube eine grosse Hilfe sein und werden.

Denn Christus spricht: «In der Welt habt ihr Angst. Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!» Dieser christliche Glaube, das Vertrauen in den Christus Gottes, den Jesus von Nazareth, der die Macht von Sterben und Tod relativiert und dieser Macht seine uneingeschränkte Hingabe, seine liebende und aufrichtende Zuwendung zu den Menschen entgegenstellt, ist mir in diesen Tagen und Wochen eine grosse Kraft. Eine Kraft, die auch dann noch wirkt, wenn unsere Liebsten von uns getrennt sind, wenn Besuchsverbote und Distanzierungsregeln unseren Alltag dominieren. Mich täglich mit dieser Kraft zu verbinden, im bewussten Ein- und Ausatmen, in der Stille im Licht einer Kerze, im Gebet und im Lied, das ist mein Weg des Glaubens durch diese verrückten Tage, um nicht selbst verrückt zu werden. Um mich selbst nicht verrückt machen zu lassen. «In der Welt habt ihr Angst. Aber seid getrost! Ich habe die Welt überwunden!» 

Gebet

Vielleicht möchtet Ihr Euch am Abendgebet beteiligen: abends um 20 Uhr eine Kerze ins Fenster stellen und beten. Hier findet Ihr ein Gebet von Pfarrer Francesco Cattani aus dem Kirchenkreis neun.

Gott
Die gewohnten Tagesabläufe sind durcheinandergeraten.
Der Alltag lässt sich nicht so gestalten, wie noch vor kurzer Zeit.
Einschränkungen machen sich bemerkbar.
Sich von liebgewonnenen Freiheiten zu trennen, schmerzt – sei es auch nur eine bestimmte Zeit.
All das verunsichert und die Anspannung der Menschen ist spürbar.
Hinzu kommen all die Nachrichten und Meldungen, täglich kommen neue Informationen hinzu.
Was kommt da noch alles auf uns zu?
Wir bemerken auf einmal, wie fragil unser Leben ist.
Wie schnell das gewohnte Leben zum Stillstand kommen kann.
Sei bei uns, Gott, mit deinem Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
Mach Mut, wo Angst sich ausbreitet.
Gib Zuversicht, wo Hoffnungslosigkeit überhandnehmen will.
Dir anvertraut seien unsere Ängste, Sorgen und Nöte.
Die Kranken und jene, die um sie bangen.
Die Menschen, die der Risikogruppe angehören.
Die Mitarbeitenden in Pflege und Gesundheitswesen.
Amen.