Pilgern – ist das jetzt so ein Hype?

Von Jutta Lang, Leiterin Strategische Kommunikation und Teilnehmerin der Ausbildung Pilgerbegleiterin

Zurzeit werden im Pilgerzentrum St. Jakob wieder 20 Pilgerbegleiterinnen und Pilgerbegleiter ausgebildet. Alle zwei Jahre findet ein solcher Ausbildungskurs statt, und für den Kurs 2022 liegen bereits die ersten Anmeldungen. Ist Pilgern ein Hype?

«Pilgern hat eine lange Tradition. Man findet es als spirituelle Praktik in den grossen Weltreligionen. Die Reformierten haben dieses Potenzial von spirituellen Erfahrungen erst in den 1990er-Jahren wieder entdeckt. Deshalb ist Pilgern in meinen Augen so wichtig – es verbindet die Konfessionen und auch die grossen Weltreligionen miteinander», sagt Pilgerpfarrer Michael Schaar, der seit 2016 das Pilgerzentrum St. Jakob in Zürich leitet.

Dass sich so viele Menschen fürs Pilgern interessieren, hat für ihn weniger mit einem Hype zu tun, als mit dem Bedürfnis der Menschen nach gelebter Spiritualität und einem Leben nah bei dem eigenen Selbst. «In meinen Augen – und da schliesse ich mich ja selbst mit ein – möchten viele Menschen Erfahrungen machen, eben nicht nur kopflastig ihren Glauben leben, sondern mit dem ganzen Körper erfahren, was es bedeuten kann, Gott in allen Dingen zu suchen und vielleicht zu finden. Es geht um ein Unterwegssein mit mir selbst, aber auch um Gottessuche. Beim Pilgern kann es gelingen, die Sinne zu schärfen und mit Achtsamkeit wahrzunehmen, was einem auf den ersten Blick vielleicht verborgen scheint. Gerade die Schöpfungsspiritualität wird in Zeiten von Klima-Krise und Corona mehr und mehr in den Mittelpunkt gerückt werden müssen. Davon bin ich überzeugt.»

Die Ausbildung zur Pilgerbegleiterin / zum Pilgerbegleiter findet jeweils von Mai bis September statt. Dieses Jahr musste das erste Modul wegen der Corona-Massnahmen digital stattfinden. Anstatt sich im Seminarhaus Rüdlingen zu treffen, traf man sich zu Hause am Computer. Das war ungewöhnlich, auch für die beiden Ausbilder, Pfarrer Michael Schaar und Pilgerbegleiterin Marianne Lauener aus Frutigen/BE. Anstatt Vorträge zu halten, haben sie im Vorfeld Podcasts aufgenommen.

Die 20 Auszubildenden waren anfangs skeptisch: Das ganze Wochenende am Computer sitzen, sich alles selbst erarbeiten. Puuh, die Skepsis war gross. Ob das Lernen so Spass machen kann? Aber dann ging es los. Und es ging besser als gedacht. Man konnte sich seine Zeit frei einteilen – geh ich jetzt lieber eine Stunde in den Garten oder arbeite ich meine Lektion durch. Beides ist möglich. Und als grosser Vorteil zeigte sich, dass man spannende Podcasts mehrmals hören. Oder zwischendurch kurz unterbrechen. Oder zurückspulen. Und so merkten die Auszubildenden: Das digitale Modul hat auch Vorteile.

Trotzdem haben wir uns alle gefreut, als wir uns Ende Juni getroffen haben. Theoretisch haben wir uns ja alle irgendwie schon gekannt – vom Bildschirm. Und dann plötzlich waren wir live und in Farbe zusammen. Es war, als würden man alte Bekannte treffen.

Das fünftägige Ausbildungsmodul stand unter einem guten Zeichen. Wetter gut, Stimmung gut, Motivation auf hohem Level. Auf dem Programm stand dann auch noch das, was wir alle sehr gerne bis am liebsten machen: Wir gepilgert – von Schaffhausen nach Winterthur. Auf dem Jakobsweg. Jede Vierergruppe hat einen Halbtag lang die ganze Gruppe geführt.

Eine Gruppe führen heisst beim Pilgern übrigens nicht einfach, dass man vorne läuft und alle anderen folgen. Nein, jede Gruppe hatte ihr Teilstück im Vorfeld rekognosziert. Es wurde viel vorbereitet, ein Thema für den Weg ausgesucht, Impulse vorbereitet. Man musste an vieles denken. Wie schnell darf man gehen, wenn man eine Pilgergruppe führt? Wie bekomme ich die Aufmerksamkeit der Gruppe, wenn ich etwas sagen will? Sind wir noch im Zeitfenster? Darf man die Trödlerinnen oder Trödler antreiben?

Oh, ja, das Trödeln war in der Praxis ein grosses Thema. Jetzt sollte man meinen, dass eine Gruppe Lernender Pilgerbegleitung bereitwillig den Führenden folgt. Immerhin werden sie ja auch demnächst mal führen und wollen dann, dass alle folgen. Aber weit gefehlt. Unsere Gruppe verhielt sich wie jede beliebige Gruppe. Die eine hatte Durst, der andere musste aufs WC. Der eine wollte sich das Blümchen noch genauer anschauen, obwohl die Zeit drängte, und die andere hatte partout keine Lust das zu machen, was als anregender Impuls gedacht war.

Wir haben viel gelernt – auch über Gruppenprozesse. Wir sind viel gelaufen – Pilgern ist mehr als Wandern. Wir haben viel gelacht – beim Pilgern kommt man sich selbst und den Mitpilgernden näher. Wir haben die Motivation nochmals hochgefahren. Was auch nötig ist, denn am 10. August müssen wir unsere Zertifikatsarbeit einreichen. Wir dürfen eine mehrtägige Pilgerreise planen – inklusive Budget, Marketing und Vorbereitung auf Notfallsituationen.

Wenn alles gut gehen, sind wir Ende September transnational ausgebildete Pilgerbegleiterin oder ausgebildeter Pilgerbegleiter EJW (Europäische Jakobswege). Also, wenn Sie sich mal überlegen, ob Pilgern etwas für Sie ist, sprechen Sie mich an oder schauen Sie auf der Website des Pilgerzentrums St. Jakob nach, ob ein passendes Angebot für Sie vorhanden ist.

Sie interessieren sich fürs Pilgern: Pfarrer Roland Wuillemin hat über seine Pilgerreise nach Santiago de Compostela einen inspirierenden Kurzfilm gemacht.

Fotos Pilgergruppe: Doris Münch
Foto: Wegwarte: Jutta Lang

Grossmünster

Sommerführungen durch die Altstadtkirchen

Summer in the City. Dieser Feriensommer wird speziell, denn Auslandreisen sind aus aktueller Sicht noch etwas heikel. Viele Züricherinnen und Zürcher werden deshalb mehr Zeit in der Region und in der Stadt verbringen. Nutzen Sie diese Gelegenheit, «ihre» zwei Münster auf einer Führung neu kennenzulernen oder sie gar erst zu entdecken.

Grossmünster und Fraumünster entdecken

Grossmünster und Fraumünster prägen Zürichs Innenstadt. Jedes Jahr besuchen über eine Million Gäste aus aller Welt die beiden Wahrzeichen. Sie bestaunen Marc Chagalls berühmte Glasfenster im Fraumünster, entdecken die modernen Fenster von Sigmar Polke im Grossmünster, besuchen das Kryptamuseum oder die Schriftensammlung. Oder sie sammeln sich in einem Moment der Stille zur Andacht in einem der Kirchenräume.

Im Gegenzug fliegen die Zürcherinnen und Zürcher über den Sommer gerne aus und entdecken fremde Gefilde. Im Corona-Sommer 2020 bleiben wahrscheinlich aber viele von ihnen zu Hause – die ideale Gelegenheit, ihre Stadt neu zu entdecken! Für alle, die sich schon mal einstimmen wollen: Summer in the City!

Mehr erfahren über die Polke- und Chagall-Fenster

Für sie öffnen die Zürcher Münster ihre Türen und laden von Mitte Juli bis Mitte September zu den «Sommerführungen Altstadtkirchen» ein. Professionelle Guides erklären Legenden, die Bau- und Kunstgeschichte und erschliessen die Geschichten hinter den Glasfenstern von Marc Chagall und Sigmar Polke. Die Führungen sind öffentlich und finden jeweils am Montagabend sowie am Donnerstag-, Samstag- und Sonntagnachmittag statt. Es werden kleine Gruppen gebildet. Die Headsets garantieren trotz des Corona-Sicherheitsabstands ein optimales Hörerlebnis.

Führungen von Juli bis September buchen

Die Führungen finden vom 13. Juli bis 12. September viermal pro Woche statt. Sie dauern 60 Minuten und kosten zehn Franken pro Person bzw. fünf Franken mit Legi/Kulturlegi. Eine Anmeldung im Voraus ist erwünscht. Falls es noch freie Plätze gibt, dürfen gern auch Kurzentschlossene auf die Tour mitkommen. Bitte finden Sie sich rund zehn Minuten vor Führungsbeginn am Treffpunkt vor dem Haupteingang des jeweiligen Münsters ein.

Führungen vom 13. Juli bis 12. September:
Montag, 18 Uhr; Donnerstag, 14 Uhr; Samstag, 14 Uhr; Sonntag, 14 Uhr
Folgende Führungen werden angeboten: 
Kunsthistorische Führung durchs Grossmünster
Die Glasfenster von Sigmar Polke im Grossmünster
Kunsthistorische Führung durchs Fraumünster
Die Glasfenster von Marc Chagall im Fraumünster

Wann welche Führung stattfindet, entnehmen Sie bitte dem Programm.

Besammlung: 10 Minuten vor Beginn beim jeweiligen Haupteingang

Pilgertipp: Berner Oberland Weg

Der Sommer wird dieses Jahr anders als sonst. Wir geben Euch hier in regelmässigen Abständen Tipps, wo man Ferien im eigenen Land machen kann und trotzdem Ruhe und Besinnlichkeit findet: beim Pilgern auf Schweizer Pilgerwegen. Es muss nicht Santiago de Compostela sein. Auch hier gibt es Wege, die sich anbieten, um der Hektik und dem Alltag zu entfliehen – und in Bewegung einfach mal innezuhalten.

Unser Tipp: Berner Oberland Weg

Dieser Pilgerweg ist eher einer der kürzeren:  Er verbindet in verschiedenen Varianten den Brünigpass mit Amsoldingen und führt an Interlaken vorbei. Seine rund 100 Kilometer verlaufen fast ausschliesslich entlang dem Brienzer- und dem Thunersee – im Schatten der überwältigenden umliegenden Bergwelt.

Mehr Informationen über den Berner Oberland Weg.

Wenn Sie sich über Pilgern, Pigerreisen oder Pilgertreffen informieren wollen, sind Sie auf der Website des Pilgerzentrums St. Jakob richtig.

Mehr über das Pilgern finden Sie auch in unserem Kirchenmagazin reformiert.lokal, das am Freitag, 26. Juni in den Briefkästen unserer Mitglieder ist oder bereits ein paar Tage vorher in digitaler Form auf unserer Website aufgeschaltet wird. Es lohnt sich!

In unserem Video-Beitrag vom 14. Mai berichtet Pfarrer Roland Wuillemin über seine Pilgerreise von Zürich nach Santiago de Compostella. Vielleicht haben Sie ja Lust, dieses Video (nochmals) anzuschauen.

Pilgern – so populär wie nie

Warum denn in die Ferne schweifen? Das Ziel muss nicht Santiago de Compostela sein, wenn man sich aufmachen möchte zum Pilgern. Denn dabei geht es in erster Linie um die einfache physische Bewegung des Laufens, unabhängig vom Ziel. Mit dem Laufen gerate dann auch der innere Mensch in Bewegung. Davon ist nicht nur die Pilgerbegleiterin Marianne Lauener vom Pilgerzentrum St. Jakob in Zürich überzeugt. Viele Menschen kommen in einer Phase im Leben zum Pilgern, die neue Herausforderungen oder eine Wende mit sich bringt. Es kann dann helfen, in Ruhe nachzudenken und persönliche Themen reifen zu lassen.

Inspirierender Kurzfilm über das Pilgern

Das Pilgerzentrum St. Jakob unter der Leitung von Pfarrer Michael Schaar hat zusammen mit der Landeskirche einen dreiminütigen Kurzfilm über das Pilgern realisiert. Darin kommen Pilgerinnen und Pilger zur Sprache, die von ihrer bereichernden Erfahrung berichten.

25 Jahre Pilgerzentrum St. Jakob

Das Pilgerzentrum St. Jakob in Zürich feiert nächstes Jahr übrigens sein 25-jähriges Bestehen. Mehr über das Pilgern erfahren Sie auf der Website des Pilgerzentrums. Auch in der Ausgabe 7 unseres reformiert.lokal, das am 26. Juni in den Briefkästen unserer Mitglieder sein wird, lesen Sie Inspirierendes zum Thema. Machen auch Sie sich auf den inneren Weg, der vor der Haustür beginnen kann! Pilgern Sie gemeinsam mit uns!

Pilgertipp: Via Francisca

Der Sommer wird dieses Jahr anders als sonst. Wir geben Euch hier in regelmässigen Abständen Tipps, wo man Ferien im eigenen Land machen kann und trotzdem Ruhe und Besinnlichkeit findet: auf Schweizer Pilgerwegen. Es muss nicht Santiago de Compostela sein. Auch hier gibt es Wege, die sich anbieten, um der Hektik und dem Alltag zu entfliehen – und in Bewegung einfach mal innezuhalten.

Unser Tipp: Via Francisca

Pilgern ist mehr als bloss der Jakobsweg. Die Via Francisca ist vermutlich kaum weniger alt und hat eine enorm reiche Geschichte. Sie führt vom Bodensee aus via Chur und über den Lukmanierpass nach Lugano – und jenseits der Landesgrenze weiter bis nach Rom. Schon rund um das 10. Jahrhundert wurde die vergleichsweise gut begeh- und befahrbare Route rege genutzt. Unter anderem auch von unzähligen Klerikern, die im 15. Jahrhundert zum Konzil von Konstanz anreisten. Heute lässt sich die Route innerhalb der Schweiz immer noch in 15 anspruchsvollen, szenischen und historischen Etappen begehen.

Mehr Informationen über den Via Francisca.

Wenn Sie sich über Pilgern, Pigerreisen oder Pilgertreffen informieren wollen, sind Sie auf der Website des Pilgerzentrums St. Jakob richtig.

Mehr über das Pilgern finden Sie auch in unserem Kirchenmagazin reformiert.lokal, das am Freitag, 26. Juni in den Briefkästen unserer Mitglieder ist oder bereits ein paar Tage vorher in digitaler Form auf unserer Website aufgeschaltet wird. Es lohnt sich!

In unserem Video-Beitrag vom 14. Mai berichtet Pfarrer Roland Wuillemin über seine Pilgerreise von Zürich nach Santiago de Compostella. Vielleicht haben Sie ja Lust, dieses Video (nochmals) anzuschauen.

Pilgertipp: Drei Seen Weg Basel-Payerne

Der Sommer wird dieses Jahr anders als sonst. Wir geben Euch hier in regelmässigen Abständen Tipps, wo man Ferien im eigenen Land machen kann und trotzdem Ruhe und Besinnlichkeit findet: auf Schweizer Pilgerwegen. Es muss nicht Santiago de Compostela sein. Auch hier gibt es Wege, die sich anbieten, um der Hektik und dem Alltag zu entfliehen – und in Bewegung einfach mal innezuhalten.

Unser Tipp: Drei Seen Weg Basel-Payerne

Wer es gern etwas weniger bergig mag, ist hier richtig. Der historische Pilgerweg von Basel nach Payerne führt durch das Drei-Seen-Land. Auf den über 300 Kilometern passiert man unter anderem die Kapelle von Péry. Sie war schon im 9. Jahrhundert Jakobus geweiht – und ist damit eines der ältesten Zeugnisse seiner Verehrung in der Schweiz.

Mehr Informationen über den Drei-Seen-Weg.

Wenn Sie sich über Pilgern, Pigerreisen oder Pilgertreffen informieren wollen, sind Sie auf der Website des Pilgerzentrums St. Jakob richtig.

Mehr über das Pilgern finden Sie auch in unserem Kirchenmagazin reformiert.lokal, das am Freitag, 26. Juni in den Briefkästen unserer Mitglieder ist oder bereits ein paar Tage vorher in digitaler Form auf unserer Website aufgeschaltet wird. Es lohnt sich!

In unserem Video-Beitrag vom 14. Mai berichtet Pfarrer Roland Wuillemin über seine Pilgerreise von Zürich nach Santiago de Compostella. Vielleicht haben Sie ja Lust, dieses Video (nochmals) anzuschauen.

Pilgertipp: Tagespilgern am Zürisee

Der Sommer wird dieses Jahr anders als sonst. Wir geben Euch hier in regelmässigen Abständen Tipps, wo man Ferien im eigenen Land machen kann und trotzdem Ruhe und Besinnlichkeit findet: auf Schweizer Pilgerwegen. Es muss nicht Santiago de Compostela sein. Auch hier gibt es Wege, die sich anbieten, um der Hektik und dem Alltag zu entfliehen – und in Bewegung einfach mal innezuhalten.

Unser Tipp: Tagespilgern am Zürisee

Es ist nicht immer und nicht allen möglich, eine Auszeit zu nehmen, die für eine ausführliche Pilgerreise nötig ist. Als Alternative bietet das Pilgerzentrum St. Jakob auch eintägiges Pilgern an, dieses Jahr jeweils auf dem Zürichsee-Rundweg. Das Tagespilgern findet alle zwei Wochen jeweils am Samstag und dem darauffolgenden Montag statt. Wobei an diesen beiden Tagen die gleiche Strecke gepilgert wird. Der Unkostenbeitrag beträgt fünf Franken; eine telefonische Anmeldung ist erforderlich.

Die erste Etappe der Umrundung des Zürisee findet am 20./22. Juni statt.

Mehr Informationen über das Tagespilgern.

Wenn Sie sich über Pilgern, Pigerreisen oder Pilgertreffen informieren wollen, sind Sie auf der Website des Pilgerzentrums St. Jakob richtig.

Mehr über das Pilgern finden Sie auch in unserem Kirchenmagazin reformiert.lokal, das am Freitag, 26. Juni in den Briefkästen unserer Mitglieder ist oder bereits ein paar Tage vorher in digitaler Form auf unserer Website aufgeschaltet wird. Es lohnt sich!

In unserem Video-Beitrag vom 14. Mai berichtet Pfarrer Roland Wuillemin über seine Pilgerreise von Zürich nach Santiago de Compostella. Vielleicht haben Sie ja Lust, dieses Video (nochmals) anzuschauen.

Pilgertipp: Jakobsweg Graubünden

Der Sommer wird dieses Jahr anders als sonst. Wie sich die Situation an den Grenzen und im Flugverkehr entwickeln wird, ist immer noch unklar. In den Medien kursieren Feriendestinationen in der Schweiz. Und das ist ja auch schön. Aber was passiert, wenn jetzt alle Zürcherinnen und Zürcher zum Zelten an den Walensee fahren? Wo es hingegen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zu grossen Menschenansammlungen kommen wird: auf Schweizer Pilgerwegen. Es muss nicht Santiago de Compostela sein. Auch hier gibt es Wege, die sich anbieten, um der Hektik und dem Alltag zu entfliehen – und in Bewegung einfach mal innezuhalten.

Unser Tipp: Jakobweg Graubünden

Über 250 Kilometer lang führt er von Müstair nach Amsteg. Die 20 Etappen verlaufen durch atemberaubende Täler, malerische Dörfer und über vier Pässe hinweg. Und an unzähligen Spuren der uralten Pilgerfahrt nach Santiago vorbei.

Mehr Informationen: www.jakobsweg-gr.ch

Wenn Sie sich über Pilgern, Pigerreisen oder Pilgertreffen informieren wollen, sind Sie auf der Website des Pilgerzentrums St. Jakob richtig.

Mehr über das Pilgern finden Sie auch in unserem Kirchenmagazin reformiert.lokal, das am Freitag, 26. Juni in den Briefkästen unserer Mitglieder ist oder bereits ein paar Tage vorher in digitaler Form auf unserer Website aufgeschaltet wird. Es lohnt sich!

In unserem Video-Beitrag vom 14. Mai berichtet Pfarrer Roland Wuillemin über seine Pilgerreise von Zürich nach Santiago de Compostella. Vielleicht haben Sie ja Lust, dieses Video (nochmals) anzuschauen.

Von Zürich nach Santiago de Compostela

Von Pfarrer Roland Wuillemin

2016 hat sich Pfarrer Roland Wuillemin auf den Jakobsweg von Zürich nach Santiago de Compostela gemacht. Seine Erlebnisse und Eindrücke hat er in dieser Dokumentation zusammengestellt und mit besinnlichen Gedanken ergänzt.

Dauer: 21 Minuten
Orgelmusik: Giancarlo Prossimo

Wer sich fürs Pilgern interssiert, findet viele hilfreiche Informationen beim Pilgerzentrum St. Jakob. Wer nicht alleine, sondern lieber in einer Gruppe pilgern will, findet dort auch viele Pilgerreisen. Und wer einen regelmässigen Austausch mit anderen Pilgern sucht, kann sich dem Pilgerstamm anschliessen.

Lesen Sie auch den Impuls-Beitrag von Pilgerpfarrer Michael Schaar (27. März 2020) zu Achtsamkeit, Entschleunigung und Selbstfürsorge.

Sitzen Sie noch?

vom Pfarrer Patrick Schwarzenbach Kirchenkreis vier fünf

Ruhe und Versenkung klappt auch Zuhause – einfach anders. Nun hätten wir endlich Ruhe.

Nun könnten wir endlich Sitzen, Meditieren, Beten – aber irgendwie will es nicht so recht klappen.Wieso kehrt die Ruhe nicht auch bei mir ein, die sich doch überall eingeschlichen hat? Eigentlich wüssten wir ja wie. Einen guten Ort finden, Sitzen oder Knien, zuerst den eigenen Körper wahrnehmen und dann mit Hilfe des Atems in die Tiefe gleiten.

Ausatmen – Einatmen – Ausatmen …

Doch da will die Welt die ganze Zeit etwas: Einkaufen für die ältere Nachbarin, Homeoffice, Kinder im Homeoffice, Telefon und Lärm und schon wieder die Kinder im Homeoffice. Wie schön wäre in diesen Zeiten mit weniger Ausgang auch ein verrammelter Eingang.

Nur wäre dies leider kein Gebet mehr – denn die Welt, die uns immer wieder aus der Stille zieht, ruft mit der Stimme des Göttlichen. Denn im Bettler, der nach einem Süppchen begehrt, spricht das Heilige direkter mit uns als in jeder Versenkung, so wusste es bereits der Mystiker Meister Eckhart.

Hören ist nämlich auch beten – einfach mit offenen Ohren.