Geschichtenweg 2020

Von Eseln und Kamelen: Geschichtenweg 2020

In der Zürcher Altstadt können Jung und Alt auf einen spannenden Geschichtenweg ablaufen. Mit dem Handy in der Hand folgt man den Spuren von Esel und Kamel aus dem Buch «So ein Kamel» von Urs Lauber und Andrew Bond. Für den Weg braucht man etwa eine Stunde. Start ist an der Predigerkirche.

«Jede Reise hat doch ihr Gutes. Immerhin sehe ich viele neue Gegenden», sagt der Esel auf der Rathausbrücke. Doch Moment, warum hat er sich denn überhaupt auf den langen Weg gemacht? Freut er sich auf sein geheimnisvolles Ziel? Und was hat das Ganze mit einem faulen Kamel zu tun? Finde all das und noch viel mehr heraus, auf dem weihnachtlichen Geschichtenweg der Altstadtkirchen in Zürich.

Im Gegensatz zum entdeckungsfreudigen Esel würde das Kamel lieber in seinem gemütlichen Stall bleiben. Das verstehen wir doch ganz gut, gerade bei winterlichem Schneeregenwetter! Umso besser gibt es nun einen Grund, uns doch auf die Reise zu wagen: Pfarrerin Priscilla Schwendimann erzählt an den einzelnen Stationen eine spannende Geschichte. Wer also mehr über Esel und Kamel hören möchte, sollte sich warm einpacken und auf den Weg in die Altstadt machen. Es lohnt sich.

Der Start des Geschichtenwegs ist bei der Predigerkirche. Von da aus führt die ungefähr einstündige Entdeckungsreise kreuz und quer durch die Altstadt bis zum Grossmünster. Auf jeder Geschichtentafel findet sich ein Hinweis auf den nächsten Posten. Die Ausschnitte des Bilderbuchs «So ein Kamel» von Urs Lauber und Andrew Bond sind auf grossen Tafeln gut lesbar oder können für kleinere Kinder vorgelesen werden. Wer ein Smartphone mit mobilen Daten dabei hat, bekommt die Geschichte liebevoll und unterhaltsam erzählt.

Noch ein Geheimtipp: Es lohnt sich, die beste Detektivenmütze mitzunehmen. Neben der Geschichte von Esel und Kamel gibt es nämlich auch Rätsel zu lösen und Dinge zu entdecken, dafür muss die Umgebung ganz genau untersucht werden.

Die zehn grossen Tafeln mit den Geschichten sind nicht zu übersehen. Der winterliche Spaziergang kann zeitlich flexibel stattfinden. Wer zu den Öffnungszeiten des Grossmünsters und Fraumünsters unterwegs ist, darf auf zusätzliche Überraschungen in den Kirchen gespannt sein.

An der Geschichte werden sich besonders Kinder zwischen drei und vierzehn Jahren freuen. Aber auch Menschen jedes Alters, die Freude haben an einem kleinen Stadtrundgang, lustigen Eselstimmen und interessanten Entdeckungen.

Und: Hat der Esel sein Ziel erreicht und kann sich das Kamel doch noch über die Reise freuen? Finde es noch bis am 4. Januar 2021 auf dem Geschichtenweg heraus! 

Foto: Melinda Rieder

Mit der App Weiler 3:33 wird die Stadt Zürich zu einem spirituellen Ort.

Innehalten mit der App Weiler 3:33

Von Edita Truninger

Die Gratis-App Weiler 3:33 lädt an 33 verschiedenen Orten in der Stadt Zürich zum Innehalten. Gleichzeitig vermittelt sie spannende Informationen zur unmittelbaren Umgebung.

Er liegt auf meinem Heimweg, deshalb bin ich schon oft mit dem Velo drüber gebrettert, ohne jemals anzuhalten: der Cassiopeia-Steg in Zürich-Wollishofen. Der Holzsteg ragt vom Ufer 100 Meter in den See und verbindet die rote Fabrik mit dem Hafen Wollishofen. Das Konstrukt aus Holz und Metall ist sowohl für Joggerinnen als auch für Väter mit kleinen Kindern zu jeder Jahreszeit ein Anziehungsort zum Sporttreiben oder Flanieren. Auch an diesem wechselhaften Tag Ende Oktober. Die Gipfel des Alpenpanoramas über dem Zürichsee sind bereits schneebedeckt, Möwen und sogar Reiher haben sich auf dem verlassenen Badefloss versammelt und halten sich gegenseitig warm, Flügelchen an Flügelchen.

Die Stille aushalten

Cassiopeia-Steg in Wollishofen im Kirchenkreis zwei.

Der Cassiopeia-Steg ist einer der 33 Orte auf dem Gebiet der Stadt Zürich, die die Gratis-App Weiler 3:33 zum Entdecken vorschlägt. Anhand von geführten Audio-Texten – Achtung Kopfhörer mitbringen! – findet der App-Nutzer oder die App-Nutzerin inmitten in einer von einem steten Lärmteppich erfüllten Umgebung zur Ruhe und Einkehr. Informative Audio-Texte tragen dazu bei, mehr über die Orte direkt vor der eigenen Haustür zu erfahren. Gleichzeitig sind in den angeleiteten Audio-Texten immer wieder Momente für die Stille vorgesehen – und dies ist durchaus wortwörtlich zu verstehen. Denn schnelles Überspringen der Sequenzen lässt die App nicht zu, es gilt, die Stille auszuhalten – in sie einzutauchen. Verrückt, wie ungewohnt es für uns geworden ist.

Widerstrebende Kräfte in uns

Die Weite auf dem Cassiopeia-Steg befreit, das Atmen fällt plötzlich leichter. Träge Wolken sitzen am Himmel über dem See, die Herbstsonne fühlt sich warm und einladend an. Eine angenehme männliche Stimme weist darauf hin, dass der Steg ein W formt und so das Sternbild Cassiopeia abbildet. «Unsere Erde macht zwei grundlegende Bewegungen: Sie dreht sich um die Sonne und gleichzeitig um sich selbst», so die Stimme. Alle Menschen würden Schwer- und Fliehkräfte in ihrem Leben kennen. Einiges strebe nach Dauer, anderes nach Verwandlung. Ich werde von der Stimme dazu eingeladen, mich zu fragen, wo meine eigenen Stärken und Schwächen in diesen widerstrebenden Kräften liegen.

Die erste ihrer Art

Die Stimme stellt jedoch nicht nur Fragen, sondern leitet während des spirituellen Spaziergangs auch Meditationspraktiken wie Atmen oder Gehen an. Bei der App handelt es sich um die erste ihrer Art im deutschsprachigen Raum. Sie wurde 2019 von der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK) und Katholisch Zürich entwickelt. Fazit: Weiler 3:33 ist ein heisser Tipp für kalte Tage. Und gerade wenn Covid-19 die Freizeitaktivitäten stark einschränkt, das ideale Hilfsmittel, um die eigene Stadt und gleichzeitig die eigene Innerlichkeit zu erforschen.

Der Cassiopeia-Steg in Wollishofen ist einer der 33 spirituellen Orte, der in der App Weiler 3:33 bespielt wird. Fotos: Edita Truninger


Der Kirchenkreis neun organisiert am 9. November 2020 um 18.30 Uhr einen spirituellen Spaziergang: Mit dem Handy in der Hand

Pfarrerin Muriel Koch aus dem Kirchenkreis neun und Meinrad Furrer (kath.) führen zunächst in die App ein und machen sich dann zusammen mit den Teilnehmenden auf den Weg.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Die spirituellen Orte auf der App Weiler 3:33 verteilen sich über die ganze Stadt, einer befindet sich auch im Kirchenkreis neun beim Kirchenhügel. 

Anselm Grün kommt nach Zürich.

«Die Corona-Leugner sind nicht offen für Verwandlung»

Sein Verstand ist messerscharf, sein Schreibtempo schwindelerregend. Am 23. Oktober macht Benediktinerpater Anselm Grün für eine musikalische Lesung in Zürich Halt. Was denkt er über die Schweiz? Und wie steht er zum Klimawandel und den Corona-Leugnern? Wir haben ihn gefragt.

Der Benediktinerpater Anselm Grün ist mehr als ein Medienpater, der Wohlfühl-Spiritualität verströmt: Er ist ein Intellektueller, der sich regelmässig in gesellschaftliche Debatten einschaltet. So spricht er sich zum Beispiel gegen das Zölibat in der katholischen Kirche aus und hält Bischöfinnen und Päpstinnen für möglich. Am 23. Oktober macht er während des Buchfestivals «Zürich liest» für eine musikalische Lesung in Zürich Halt. Wir haben Anselm Grün im Vorfeld nach seinen Gedanken gefragt. Von A wie Älterwerden über C wie Corona-Leugner bis Z wie Zweifeln.

Herr Grün, was denken Sie …

… über das Älterwerden?

Es ist eine Kunst, älter zu werden. Sie will geübt werden. Das Alte hat neue Chancen: Gelassenheit, Weisheit, Dankbarkeit.

… über Corona-Leugner?
Sie wollen die Realität nicht sehen, weil sie möchten, dass alles so weiter geht wie bisher. Sie sind nicht offen für Verwandlung.

… über Freundschaft?

Freundschaft ist ein hoher Wert. Augustinus sagt einmal: Ohne Freund kommt einem nichts freundlich vor in dieser Welt.

… über den Generationenkonflikt?

Wie eine Gesellschaft mit dem Generationenkonflikt umgeht, zeigt ihre Reife oder Unreife. Es ist eine Chance, dass die Generationen sich miteinander auseinandersetzen.

… über Heimweh?

Jetzt im Alter kenne ich kein Heimweh mehr. Da bin ich bei mir daheim.

… über den Klimawandel?

Es ist ein ernstes Thema, dem wir uns stellen müssen. Neben rationalen Gründen braucht es auch eine spirituelle Erfahrung mit der Natur, um sich wirklich für die Natur einzusetzen, um den Klimawandel aufzuhalten.

… über das Lachen?
Ist wichtig für die Gesundheit. Und es relativiert unsere Probleme.

… über das Reisen?

Das Reisen erweitert den Denkhorizont des Menschen. Aber die Corona-Krise zeigt uns auch die Grenzen des Reisens auf.

… über die Schweiz?
Ein liberales und freundliches Land.

… über Selbstisolation?
Wer sich selbst isoliert, schneidet sich vom Leben ab

… über Selbstzweifel?
Selbstzweifel gehören zum Leben. Das hält einen lebendig und bewahrt vor Überheblichkeit.

… über Verzicht?

Ohne Verzicht – so sagt Sigmund Freud – kann niemand ein starkes Ich entwickeln. Verzicht ist auch wichtig, dass wir angesichts des Klimawandels überleben.

… über den Zweifel?
Der Zweifel gehört wesentlich zum Glauben. Er lädt uns ein, unseren Glauben so zu formulieren, dass unser Verstand befriedigt wird. Ich will auch verstehen, was ich glaube.

Foto: Julia Martin, Abtei Münsterschwarzach

Pater Anselm Grün

Musikalische Lesung mit Anselm Grün

Der Benediktinerpater Anselm Grün kommt mit dem Musiker David Plüss für eine Lesung im Rahmen des Buchfestivals «Zürich liest» nach Zürich.

Er schreibt in atemberaubendem Tempo Bücher, an die dreihundert sind es bereits. Der schlohweisse Rauschebart ist sein Markenzeichen: Der bekannte deutsche Autor und Benediktinerpater Anselm Grün gestaltet im Rahmen des Buchfestivals «Zürich liest» am 23. Oktober 2020 in der Kirche Oerlikon einen Abend zum Thema Zweifel.

David Plüss

Mit dem Musiker David Plüss am Klavier lotet der Pater in der musikalischen Lesung die Beziehung zwischen Glauben und Zweifel aus und lädt dazu ein, im Zweifel das Lebensbejahende zu entdecken – gerade in schwierigen Zeiten. Im Dialog von inspirierenden Texten und Klängen entfaltet sich das Abendprogramm. Als Ausgangslage dient Anselm Grüns Buch «Den Zweifel umarmen».

Einlass nur mit persönlichem Gratis-Ticket. Tickets via Buchhandlung Nievergelt oder reformierte Kirch­gemeinde Zürich (044 311 45 00) oder über die Pfarrei Herz-Jesu Oerlikon (044 315 65 65).

Aufgrund der aktuellen Situation besteht eine Maskenpflicht in der und um die Kirche. Damit die Publikumszahl gering gehalten werden kann, werden zwei Lesungen angeboten.

Foto David Plüss: Joël Guggisberg, Foto Anselm Grün: Hammelsbeck


Reformierte Kirche Oerlikon
Freitag, 23. Oktober 23.10.
18–19 Uhr (1. Lesung)
20.30–21.30 Uhr (2. Lesung)


Buchtipp
«Den Zweifel umarmen»

In Zeiten grosser Verunsicherung spüren viele Menschen eine stärkere Sehnsucht nach Sicherheit. In «Den Zweifel umarmen» tritt der Benediktinerpater Anselm Grün gegen das schlechte Image des Zweifels an. Denn der Zweifel bringe Menschen weiter, indem er verkrustete Strukturen aufbreche und Neues erfahrbar mache: So könne die eigene Krise auch als Zeichen des Vorankommens gelesen werden. Dabei geht der Autor über den Zweifel an Gott hinaus und bespricht weitere Lebensbereiche wie Beziehungen, den Arbeitsalltag oder Kinder. Auch die Verzweiflung wird nicht ausgeklammert. So dient Anselm Grüns Werk als wunderbare Lebenshilfe für den Umgang mit dem Zweifel.


«Den Zweifel umarmen»
Anselm Grün
Kösel-Verlag
160 Seiten, CHF 21.50

Biblia Sacra- Bilderzyklus von Salvador Dalí.

«Dalí greift immer drei Ebenen tiefer»

Vom 26. September bis am 11. Oktober werden in der Kirche Saatlen 42 Original-Lithografien von Salvador Dalí ausgestellt. Sie sind Teil seines 105 Werke umfassenden Bilderzyklus «Biblia Sacra». Wiederentdeckt und zur Verfügung gestellt hat sie der Bibelwissenschaftler und Pfarrer im Ruhestand Dr. Herbert Specht. Wie es dazu kam – und weshalb ihn die Bilder immer wieder aufs Neue begeistern, erzählt er im Interview.

Herr Dr. Specht, wie sind Sie erstmals mit dem wenig bekannten Bildzyklus «Biblia Sacra» in Kontakt gekommen?

Ich bin vor einigen Jahren zufällig auf diese Bilder gestossen und habe mich damals sehr gewundert, dass ich sie noch nicht kenne. Weil ich doch gedacht hatte, ich würde eigentlich alle Bilder zur Bibel kennen. Aber diese Werke von Salvador Dalí waren mir gänzlich unbekannt. Daraufhin suchte ich Wege, sie einer grösseren Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Wie muss man sich denn diese zufällige Entdeckung vorstellen?

Ich erhielt die Möglichkeit, eines dieser Bilder günstig zu erwerben, und das war natürlich ein spannendes Angebot; da konnte ich nicht viel falsch machen. Also habe ich die Möglichkeit ergriffen und mich dann richtig in die Materie reingekniet. Dann kam ein Lehrauftrag an der Uni Essen; eine Veranstaltung habe ich dem Bilderzyklus «Biblia Sacra» gewidmet. Alle Studierenden sind bis zum Schluss des Semesters dabeigeblieben; es kamen sogar immer mehr dazu. Das hat mich dazu veranlasst, eine erste Ausstellung durchzuführen. Ich habe gemerkt, wie gross das Interesse an diesen Bildern ist. Mit gutem Grund: Je länger ich mich mit ihnen beschäftige, desto besser verstehe ich, wie genial Dalí die Bibeltexte tatsächlich verstanden und ins Bild gesetzt hat.

Können Sie das noch etwas erläutern? Was macht diese Bilder aus dem Zyklus «Biblia Sacra» so besonders?

In vielen Darstellungen von Bibeltexten werden vor allem einfach die entsprechenden Szenen dargestellt. Sicher gibt es da grossartige Kunstwerke. Aber Dalí greift – meiner Meinung nach wenigstens – immer noch drei Ebenen tiefer. Und das immer mit grösstmöglicher Sensibilität für die biblische Grundlage. Bei jedem Bild setzt er neu an, mit verschiedenen Bildsprachen, immer ganz nah am Thema, und alle Bilder haben mehrere Ebenen– und fordern die Betrachtenden zum Nachdenken und Erforschen heraus.

Was für eine Herangehensweise empfehlen Sie denn den Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung in Zürich? Worauf soll man besonders achten?

Wichtig ist es sicher, sich für jedes Bild Zeit zu nehmen. Vielleicht auch die Texte im Ausstellungskatalog durchzulesen und dann noch einmal genau hinzusehen. Perfekt wäre wohl: Pro Besuch fünf Bilder – nachdenken – und ein zweites Mal kommen. (lacht) Wenn das geht, lohnt es sich sicher auch, sich mit anderen Besucherinnen und Besuchern auszutauschen.

Einen weiterführenden Aufsatz Herbert Spechts zu Dalís «Biblia Sacra» findet sich in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift «Bibel in der Kunst»- Online frei zugänglich hier.

Mehr über die Dalí-Ausstellung in der Kirche Saatlen.

Zum ausführliche Rahmenprogramm zur Dalí-Ausstellung.


Dalí-Ausstellung in der Kirche Saatlen

Dr. Herbert Specht, geboren 1949, ist Pfarrer im Ruhestand und Bibelwissenschaftler. Nach seinem Theologiestudium in Tübingen und München hat er im Alten Testament promoviert. Im Folgenden arbeitete Specht als Pfarrer u.a. im oberbayerischen Poing; zeitweise lehrte er an den Universitäten Augsburg und Essen sowie am Lutheran Theological Seminary in Hong Kong.

Junge Menschen im Gespräch.

Sinnhaft leben – ein Austausch für Menschen im Alter zwischen 25 und 45 Jahren

Von Pfarrerin Stefanie Porš, Kirchenkreis sieben acht

Ein Input und Gespräch über ein Thema, das Leben und Glauben betrifft. Die Reihe Glaube, Liebe, Hoffnung macht den Anfang. Eingeladen sind alle 25- bis 45-Jährigen, die einen sinnhaften Austausch suchen.

Mehr als ein Viertel aller Gemeindeglieder im Kirchenkreis sieben acht ist zwischen 25 bis 45 Jahre alt. In den Gottesdiensten und bei anderen kirchlichen Aktivitäten sind sie allerdings kaum anzutreffen. Beziehungen mit Menschen in dieser Altersgruppe ergeben sich durch Hochzeiten, Taufen oder Anlässe für sie und ihre Kinder. Was aber ist mit allen anderen, die in einem Single-Haushalt leben und weder heiraten möchten noch unbedingt eine Familie gründen? Auch sie haben oft eine Sehnsucht nach dem Mehr im Leben als berufliche Leistung, Erfolg und kulturellem Konsum. Die Frage nach dem Sinn und einem grösseren Zusammenhang ist in dieser Lebensphase genauso zentral.

Im vergangenen Februar ist eine 5-köpfige Spurgruppe zusammengekommen. Sie hat sich Gedanken gemacht, was Männer und Frauen im gleichen Alter – unabhängig von Familiengründung und Beruf – in der Kirche suchen könnten. Das Resultat: einen Austausch über sinnhafte Themen, die mit Glauben und dem alltäglichen Leben zu tun haben. Im Herbst beginnt die erste Reihe zu Glaube, Liebe, Hoffnung. Deine Anmeldung ist erwünscht unter: stefanie.pors@reformiert-zuerich.ch

Der Austausch findet im Alleehaus, Neumünsterallee 21 statt.

Termine:
Donnerstag, 1. Oktober, 18.30 Uhr: Glaube
Donnerstag, 5. November, 18.30 Uhr: Liebe
Donnerstag, 3. Dezember, 18.30 Uhr: Hoffnung
jeweils mit Input, Austausch und Imbiss.

Junge Menschen im Gespräch.
Sinnhaft leben – ein Austausch von jungen Menschen im Alter zwischen 25 und 45 Jahren. Foto: Sanu A S auf Pixabay
Biblia Sacra- Bilderzyklus von Salvador Dalí.

Dalí-Ausstellung in der Kirche Saatlen

Salvador Dalís Bilderzyklus «Biblia Sacra» ist eher unbekannt. Die 105 Lithografien basieren auf Bibeltexten. 42 von ihnen werden in der Dalí-Ausstellung vom 26. September bis 11. Oktober in der Kirche Saatlen gezeigt – begleitet von einem umfassenden Rahmenprogramm.

Seine Bilder der schmelzenden Uhren sind weltbekannt. Dass der Surrealist Salvador Dalí (1904-1989) auch einen Bilderzyklus basierend auf Bibeltexten geschaffen hat, dürfte vielen unbekannt sein. 42 der 105 Lithografien des Zyklus‘ «Biblia Sacra»werden vom 26. September bis 11. Oktober in der Kirche Saatlen im Kirchenkreis zwölf ausgestellt.

Auf der Höhe seines Schaffens

Als Dalí diese Bilder in den 1960er-Jahren zeichnete, war er sechzig – und damit auf dem
Höhepunkt seines Schaffens. Und das zeige sich in den beeindruckenden Bildern, sagt
Hanna Kandal, Pfarrerin im Kirchenkreis zwölf. «Man erkennt darin die Visionen des
Künstlers», so Hanna Kandal, «und die beeindruckende Auseinandersetzung mit zentralen
Motiven der Bibel, etwa mit dem Leiden als Weg zum Leben.»

Aus dem Bilderzyklus Biblia Sacra von Salvador Dalí.
Die Verkündigung an Maria aus dem Zyklus Biblia Sacra von Salvador Dalí.
Foto: Dr. Heinz Specht

Dalí in Zürich

Hanna Kandal beschäftigt sich seit zwei Jahren mit der Ausstellung; damals sei sie von Dr. Herbert Specht, dem Besitzer der Lithografien angefragt worden, ob sie Interesse an einer Ausstellung hätte. Dr. Herbert Specht ist selbst Pfarrer – und ein Studienkollege von Hanna Kandal. «Ich fand die Idee sofort enorm interessant», erzählt die Pfarrerin. Auch, weil die Architektur der Kirche Saatlen sich besonders gut für solche Ausstellungen eigne. Hanna Kandal: «Es entsteht eine Kommunikation zwischen dem Kirchenraum und der gezeigten Kunst.»

Auch weitere Wechselwirkungen sollen Dalís Lithografien während ihres Aufenthalts im Kirchenkreis zwölf erfahren: Geplant ist ein umfangreiches Rahmenprogramm. An der Vernissage am 26. September etwa wird die Lyrikerin Barbara Hampel Gedichte vortragen, die sie eigens zu den Bildern geschrieben hat. Hinzu kommen zwei Mal-Workshops, ein Konzert, ein Vortrag von Prof. Dr. Thomas Krüger – und ein Gottesdienst zum Thema. Aber wer will, kann die Meisterwerke natürlich auch ganz für sich ansehen: An jedem Tag der Woche, ausser am Montag.


Dalí-Ausstellung «Zwischen Chaos und Kosmos»
König Salomo aus dem Zyklus Biblia Sacra von Salvador Dalí.
Foto: Josef Nannemann

Ausstellung: Zwischen Chaos und Kosmos – Werke aus Biblia Sacra
26. September bis 11. Oktober in der Kirche Saatlen
Saatlenstrasse 240
Öffnungszeiten:
Sa-So von 11 Uhr bis 17 Uhr
Di-Fr von 10–12 Uhr und von 16–18 Uhr

Veranstaltungstermine finden Sie im Kalender der reformierten Kirchgemeinde Zürich.

reformierte Kirche Wipkingen

Klimastreik lädt zu Eröffnungsfest in Kirche Wipkingen ein

Seit August nutzt die Bewegung Klimastreik die reformierte Kirche Wipkingen als ihr neues Hauptquartier. Die Klimabewegung will einen offenen Raum für die Auseinandersetzung mit der Klimakrise und ihrer Bewältigung schaffen. Am Freitag, 11. September findet um 17 Uhr die Eröffnungsfeier statt, zu der alle eingeladen sind, die sich ein eigenes Bild von dem Wirken der Klimabewegung machen wollen.

An der Eröffnungsfeier wird Regierungsrätin Jacqueline Fehr anwesend sein. Die Kirchgemeinde ist durch Michael Braunschweig als Vizepräsident und Michael Hauser als Ressortverantwortlicher Immobilien der Kirchenpflege vertreten. Neben Redebeiträgen und Workshops sind ein gemeinsames Essen und ein Velokino geplant.

Die reformierte Kirchgemeinde Zürich stellt dem Verein Klimastreik die Kirche sowie den umliegenden Grünraum kostenlos zur Zwischennutzung zur Verfügung: als Arbeitsort, Treffpunkt und Veranstaltungsraum.

Eröffnungsfest Klimabewegung in der Kirche Wipkingen.

Mehr über die Zwischenutzung erfahren Sie hier.

Preacher Slam am 11. Otkober in der Kirche Oerlikon.

Eine neue Sprache für die Kirche – Preacher Slam

Am 11. September findet in der Kirche Oerlikon ein Preacher Slam statt. Poetinnen und Poeten treten gegen Theologinnen und Theologen an – im Wettkampf um den besten Text.

Andreas Kessler slammt als Preacher.

Die Herausforderung des Preacher Slams sei paradox, sagt Andreas Kessler. Zum einen wird er am kommender Slam als «Preacher» auftreten. Zum anderen sei es für ihn zentral Texte zu präsentieren, die nicht «preachy» daherkommen. «Ich will keinen moralisierenden Text vortragen», sagt er. «Keine typische Predigt, in der ich dem Publikum sage, wie wir alle handeln sollen.»

Kirchenleute gegen Poetinnen und Poeten

Beim Preacher Slam treten in einem Wettkampf um die besten Texte Kirchenleute gegen Slam-Profis an – in der Vorrunde in Duellen. Das Publikum macht Lärm. Und wer mehr Jubel erntet, kommt ins Finale, wo schliesslich die Gewinnerin oder der Gewinner des Wettkampfs ermittelt wird.

Ungefähr zehn solcher Preacher Slams habe er schon absolviert, erzählt Andreas Kessler. «Und ich habe auch schon einige Male gewonnen.» Kessler hat Erfahrung: Nebenbei und schon länger tritt er auch an «gewöhnlichen» Poetry Slams auf. Er sei vor fünf Jahren eher per Zufall in den Preacher Slam reingerutscht, nachdem er angefragt worden war.

Eine neue Art, über Spiritualität zu sprechen

Preacher Slam am 11. Oktober in der Kirche Oerlikon.

Genauso ergeht es Pfarrerin Priscilla Schwendimann, die das Pfarramt der Predigerkirche innehat. Der kommende Preacher Slam am 11. September ist ihr erster; die Arbeit an ihren Texten ist in vollem Gang. «Die Kirche braucht dringend neuen Spirit – und der Preacher Slam ist ein Format, in dem man diesen Spirit umsetzen kann», findet die Pfarrerin. Er biete die Möglichkeit, sich auf unkonventionelle Art mit theologischen und kirchenpolitischen Fragen auseinanderzusetzen. «Etwa mit der Frage nach Gottes Geschlecht», verrät Schwendimann.

«Der Preacher Slam bietet eine gewisse Narrenfreiheit», sagt auch Andreas Kessler. «Er öffnet einen Freiraum, in dem wir eine neue Art, über Spiritualität zu sprechen, ausprobieren können.» Anders als Priscilla Schwendimann hat er sich noch nicht für ein Thema für seine Texte entschieden. «Sie werden aber sicher eine Botschaft haben», so der Theologe. «Vielleicht einfach nicht die, die das Publikum erwartet.»


Der Preacher Slam findet am 11. September um 20 Uhr in der reformierten Kirche Oerlikon statt. Der Eintritt ist frei. Eine Reservation unter www.preacherslam.ch ist erforderlich.

Musikalische Nachtwege im Grossmünster

Endlich: Wir können wieder zu nachtschlafender Zeit bei Kerzenschein und Musik durch das Grossmünster wandeln und in eine besinnliche Stimmung eintauchen. Die Musikalischen Nachtwege finden wieder jeden letzten Freitag im Monat statt: Am 26. Juni leiten der Pfarrer Christoph Sigrist und die Sopranistin Simone Füssler die mystischen Musikalischen Nachtwege im Grossmünster.

«Durch den Klang der Musik entsteht eine ganz spezielle Stimmung, unterstützt durch das warme Kerzenlicht. Wir tauchen im Kirchenraum in eine andere Welt ein – in ein Energiefeld, das die Seele auflädt und uns Gott intuitiv nah sein lässt», sagt Grossmünster-Pfarrer Christoph Sigrist über die Musikalischen Nachtwege.

Musikalische Nachtwege im Grossmünster
www.grossmuenster.ch
Freitag, 26. Juni, 22 Uhr bis circa 22.45 Uhr.
Besammlung beim Hauptportal
Keine Anmeldung nötig