Weihnachten findet statt! So heisst es seit Wochen, seit Monaten. Aber die hohen Infektionszahlen ziehen Beschränkungen nach sich. Nichtsdestotrotz findet Weihnachten statt – halt einfach ein wenig anders als sonst. Das Erinnern an unsere schönsten Weihnachtserfahrungen ist wärmend, nicht nur in diesem besonderen Jahr. Wer kommt nicht innerlich ins Schmunzeln – und meist auch äusserlich ins Lächeln -, wenn er oder sie an seine/ihre schönsten Weihnachsterinnerungen denkt? Hier ein paar Erinnerungen von Menschen aus der Kirchgemeinde Zürich…

«Frieden unter den Religionen» Offene Weihnachten in einer übervollen Helferei an der Kirchgasse. Die unterschiedlichsten Menschen treffen sich zum Essen, zum Gottesdienst, zum Glühwein und Tanz. Vor ein paar Jahren lebte eine Flüchtlingsfamilie aus der Türkei in unserer Notwohnung. Inmitten der Freiwilligen, die kochen und Essen austeilen, stand mit lachendem Gesicht der Vater. Ein Muslim hat für uns Christen an Heiligabend gekocht. Ehre sei Gott in den Höhen und Frieden unter den Religionen auf Erden! Christoph Sigrist, Pfarrer

«Der besondere Schmuck» Mein Vater brachte alljährlich eine wunderschöne Nordmanntanne aus dem Wald nach Hause. Kurz vor Heiligabend wurde sie ins Haus geholt und über Nacht vom Christkind prachtvoll geschmückt. Meine Kinder dürfen sich jedes Jahr mit ihrem Vater ihren Lieblingsbaum aussuchen, den wir gemeinsam kunterbunt schmücken. Und an Heiligabend entdecken sie jeweils einen ganz besonderen Schmuck, der das Christkind heimlich über Nacht an unseren Baum gehängt hat. Katja, Mitglied der reformierten Kirchgemeinde Zürich

«Das mystische Lichtermeer» Wir feierten als Familie jeweils am 25. Dezember Weihnachten. Die Sigristin entzündete am späten Abend auf dem Vorplatz der Kirche immer ein Lichtermeer von Kerzen. Am liebsten ging ich allein nach draussen, um dieses Licht in aller Stille zu erleben. Das Feiern in der Kirche und zu Hause fand ich auch schön. Aber das stille Erleben der vielen Lichter liess mich schon früh etwas von der Mystik von Weihnachten erahnen. Roland Wuillemin, Pfarrer

«Endlich zu dritt mit Rollschinkli und Bohnen» Der 24. Dezember vor neun Jahren wird mir und meinem Mann immer in Erinnerung bleiben. Wir durften an diesem Tag endlich unsere Tochter nach Hause nehmen. Ich erinnere mich an die grosse Dankbarkeit, die uns an diesem Heiligen Abend erfüllte. Aber auch daran, wie fröhlich wir waren, als wir nach alter Familientradition unser Rollschinkli mit Bohnen und Kartoffelgratin zubereiteten und dabei kaum den Blick von dem herzigen Baby in der Wippe abwenden konnten. Sibylle, Mitglied der reformierten Kirchgemeinde Zürich

«Aus voller Kehle» Von weitem hörte ich feierlich fröhliche Musik und in meiner Nase breitete sich ein feiner Wohlgeruch aus. So wurde ich am ersten Weihnachtstag sinnlich geweckt. Der Zopf stand später zum Auskühlen auf dem Balkon und die Trompeten und der Chor hörten nicht auf, von der frohen Kunde zu erzählen. Später – und das kam wirklich nur an Weihnachten vor – kam meine Schwester mit mir in den Gottesdienst. Ehrlich gesagt gingen wir nur, um gemeinsam und aus voller Kehle das «O du fröhliche» zu singen. 
Liv Zumstein, Pfarrerin

«Eine Gioia als grösstes Geschenk» Meine schönste Weihnacht war, als unser jüngstes Kind am 24. Dezember zur Welt kam. Die ganze Familie war im Spital versammelt und sagte unisono: «Mama, du musst heimkommen, wir bereiten alles vor, aber Weihnachten ohne dich geht nicht! Die Freude über das neue Familienmitglied war so gross, dass sogar das Geschenkeauspacken fast vergessen ging. In einer spontan einberufenen Familienkonferenz haben wir dann entschieden, dass das bis dahin noch namenlose Kind Gioia, Freude, heissen sollte. Tamara, Mitglied der reformierten Kirchgemeinde Zürich

Wenn Ihr an Heiligabend und/oder an Weihnachten zwar gerne einen Gottesdienst feiern wollt, aber lieber von daheim aus, empfehlen wir Euch unsere Online-Gottesdienste auf YouTube.

Hier die Daten unserer Online-Weihnachtsgottesdienste:
Heiligabend ab 16 Uhr auf YouTube und um 17.30 Uhr auf Tele Züri
Erster Weihnachstfeiertag ab 9 Uhr auf YouTube und um 9.30 Uhr auf Tele Züri




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