Ein Porträt unseres Auszubildenden Adrian Pasteur

Mitte August hat Adrian Pasteur mit acht anderen Jugendlichen seine Ausbildung bei der reformierten Kirchgemeinde Zürich in Angriff genommen. Wieso er eine solche bereits zum zweiten Mal beginnt und was er an seinem zukünftigen Beruf so mag, hat er uns erzählt.

Adrian Pastuer ist Auszubildender der Kirchgemeinde Zürich.

Der 10. August 2020 ist ein besonderer Tag für Adrian Pasteur. Denn an diesem Montagmorgen beginnt für den 17-Jährigen ein neues – und wichtiges – Kapitel in seinem Berufsleben. Es ist der erste Tag seiner dreijährigen Lehre als Lernender Fachmann Betriebsunterhalt EFZ. Doch anders als bei seinen acht Kolleginnen und Kollegen, die ebenfalls ihre Lehre bei der Kirchgemeinde in Angriff nehmen, erlebt Adrian diesen Tag nicht zum ersten Mal. «Es ist mein zweiter erster Tag als Lernender», erzählt er. Eine Ausbildung als Zimmermann, die er bei einem grossen Baudienstleistungsunternehmen begonnen hatte, hat Adrian abgebrochen.

Teamgeist ist Adrian wichtig

Unzuverlässig? Schwierig? Nicht vertrauenswürdig? Ja, all diese Begriffe hat Adrian zu hören bekommen, als er sich entschied, nicht den eingeschlagenen Weg zu Ende zu gehen. «Es war nicht einfach», erzählt er und fügt an: «Aber einerseits habe ich gemerkt, dass der Beruf des Zimmermanns mir keine Freude bereitet, und andererseits war es im Team nicht stimmig. Die Leute hatten keinen Spass an ihrer Arbeit, es war kein Teamgedanke zu spüren». Aspekte, die dem Jugendlichen aber wichtig sind und die er nun bei unserer Kirchgemeinde gefunden hat. Dementsprechend dankbar ist er auch, dass er hier seine zweite Chance bekommt. «Bereits beim ersten Gespräch habe ich gemerkt, dass es hier um Wertschätzung geht. Dass der Mensch gesehen wird und wichtig ist», sagt er.

Im zweiten Anlauf stimmt das Gefühl

Den Beruf als Fachmann Betriebsunterhalt hat sich Adrian genau angeschaut. Vier Tage war er auch schon im Kirchenkreis zehn – wo er nun seine Lehre auch absolviert – schnuppern. Nach dieser Zeit war für den 17-jährigen endgültig klar: «Hier gehöre ich hin.» Seine zukünftigen Aufgaben beschreibt er als abwechslungsreich und mit viel Bewegung verbunden. Es gebe immer etwas zu tun und man gelange an Orte, die man sonst nicht zu sehen bekomme. «Es ist schön, dass ich ein schönes Gebäude pflegen darf. Es gibt faszinierende und aufregende Orte zu entdecken und man hat auch immer soziale Kontakte», schwärmt Adrian.  

Glaube ist keine Voraussetzung

Wie seine Freunde reagiert hätten, als er erzählte, dass er seine Ausbildung bei der Kirche absolvieren werde? «Speziell, klar. Es ist nicht alltäglich. Und viele wissen auch schlicht nicht, was ein Hauswart in der Kirche genau macht.» Eine Verbindung zur Kirche hat Adrian mit seinem Glauben. «Ich glaube an Gott. Das war aber nie eine Voraussetzung, um eine Lehrstelle hier zu erhalten», versichert er. Den Glauben hat er von zu Hause mit auf den Weg bekommen. «Meine Eltern haben mir immer gesagt, ich solle schauen, dass es meiner Seele gutgeht», erzählt er. Wie er das zu erreichen gedenkt? Mit viel Engagement und Einsatz und dem grossen Ziel vor Augen, seine Lehre erfolgreich zu bestreiten und sie dann auch abzuschliessen. Er will beweisen, dass er diese zweite Chance verdient hat und dass es sich eben gelohnt hat, an ihn zu glauben.

Ausführliche Informationen zum Berufsbildungskonzept der Kirchgemeinde Zürich gibt es hier.

In den kommenden Wochen werden wird die weiteren Lernenden in Kurzporträts vorstellen. Wir werden den Jugendlichen dafür immer die gleichen Fragen stellen. Solche, die auf der Hand liegen, aber auch solche, die uns eben ein wenig tiefer in die Personen schauen lassen. Was würde Sie interessieren? Gerne können Sie uns Ihre Fragen schicken. Unsere neuen Lernenden auf einen Blick.

Ein Kommentar zu „Hauswart bei der Kirche: «Hier gehöre ich hin.»

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