Die Psalmen haben im christlichen Kontext eine wichtige Rolle als Gebet-, Meditations- und Liederbuch. Vor über 2000 Jahren entstanden, sind sie mit ihren zeitlosen Themen auch heute aktuell und beliebt.

Beten ohne Kirche

Der Herr ist mein Hirte. Wer kennt sie nicht, diese Bibelstelle? Oder genauer: diesen Psalm? Psalmen sind «das Gebetbuch der Bibel», sind religiöse Gedichte und Lieder, oft poetische Meisterwerke. In ihnen spiegeln sich Gefühle, Lebens- und Glaubenserfahrungen der Menschen: Klagen und Bitten, Dank und Lob.

Wer von Psalmen spricht, meint meist die 150 Gebete im Buch der Psalmen des Alten Testaments. Das Alter der einzelnen Psalmen kann nicht sicher bestimmt werden. Sie wurden circa ab dem 9. bis zum 2. Jahrhundert vor Christus gesammelt. Sicher ist, dass die Psalmen sich über die Jahrhunderte verändert haben und angepasst wurden. Die heutige Fassung des Psalters entstand um die Jahre 100 vor Christus.

Laut Pfarrer Martin Rüsch vom Grossmünster Zürich haben Psalmen wesentliche Impulse für die heutigen Gottesdienste geliefert: «Im christlichen Kontext sind sie zum wichtigsten Gebets-, Meditations- und Liederbuch geworden. Psalmen enthalten im Unterschied zu anderen biblischen Texten eine ureigene Artikulation von existenziellen und somit zeitlosen Themen.» Aus diesem Grund, so Rüsch, komme ihnen auch im Bereich der Seelsorge eine grosse Bedeutung zu: «Psalmen sind verschriftlichte Gebetsformen. Sie fassen starke Gefühle in Worte und nehmen Sprachlose an die Hand.»

Es lohnt sich übrigens, Psalmen eingehend zu ergründen. Denn jeder Psalm behandelt ein eigenes Thema, mit dem wir uns vielleicht identifizieren können. Und jeder Vers widmet sich einem Aspekt dieses Themas. Aus dem Zusammenhang gerissen, können sie schnell falsch verstanden werden. Was es mit dem Hirten aus dem Eingangssatz genau auf sich hat, verrät Ihnen Psalm 23.

In loser Folge veröffentlichen wir hier die Lieblingspsalmen von Menschen aus der Kirchgemeinde Zürich.

Der Lieblingspsalm von:

Pfarrer Matthias Reuter: «Licht im Dunkeln des Lebens»

Pfarrer Samuel Zahn: «Wenn Gott vom Er zum Du wird»

Pfarrerin Nathalie Dürmüller: «Segne die Eine, du meine Lebenskraft!»

Barbara Becker, KIrchenpflegerin: «Dankbarkeit ist eine Grundhaltung»

2 Kommentare zu „Das Herz vor Gott ausgeschüttet

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