Psalmen

«Dankbarkeit ist eine Grundhaltung» – Mein Lieblingspsalm

Kurze Gebete, religiöse Lieder oder kleine Gedichte: Das sind Psalmen. Barbara Becker, in der Kirchenpflege für das Ressort Pfarramtliches, Gottesdienst und OeME verantwortlich, stellt Ihnen ihren Lieblingspsalm vor. Es ist der Psalm 100 über das Dienen und die Dankbarkeit.

Haben Sie auch einen Lieblingspsalm? Wir stellen in loser Folge einige dieser religiösen Lieder, Gebete beziehungsweise Gedichte vor. Ausgesucht wurden sie von Mitarbeitenden der reformierten Kirchgemeinde Zürich. Psalmen können Trost spenden. Oder sie helfen, die Beziehung zu Gott zu vertiefen. Ein grosser Teil der Psalmen ist im sogenannten Psalter enthalten. Dieses Buch der Psalmen enthält 150 Gedichte, Lieder und Gebete, die Psalmen. Halten Sie mit uns einen Moment inne und lassen Sie den folgenden tröstenden Psalm auf sich wirken.

1 Ein Psalm zum Dankopfer. Jauchzet dem HERRN, alle Welt! 2 Dienet dem HERRN mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken! 3 Erkennet, dass der HERR Gott ist! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide. 4 Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, / zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen! 5 Denn der HERR ist freundlich, / und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.
(Psalm 100, Übersetzung «Luther-Bibel»)

«Mir gefällt dieser Psalm voller Lebensfreude, Lob und Dank. Dankbarkeit ist die Grundhaltung, aus der ich mein Leben gestalten will. Auch Dienen ist hier keine mühsame Verpflichtung oder Leistung, sondern ein Handeln aus Freude. Der Psalm lenkt den Blick weg von mir auf den freundlichen Gott, dessen Gnade und Wahrheit ewig ist. Gerne stimme ich ein in die mehrtausendjährige Tradition dieses Psalms, am liebsten gesungen – hoffentlich bald wieder!»

Barbara Becker

Barbara Becker, Mitglied der Kirchenpflege

Mehr über Psalmen und deren Bedeutung in der Seelsorge kann man in dem folgenden Artikel lesen: Das Herz vor Gott ausschütten.


Psalmen

«Segne die Eine, du meine Lebenskraft!» – Mein Lieblingspsalm

Kurze Gebete, religiöse Lieder oder kleine Gedichte: Das sind Psalme. Pfarrerin Nathalie Dürmüller stellt Ihnen ihren Lieblingspsalm vor. Es ist der Psalm 103, der ihr in der Übersetzung der «Bibel in gerechter Sprache» speziell gut gefällt.

Haben Sie auch einen Lieblingspsalm? Wir stellen in loser Folge einige dieser religiösen Lieder, Gebete beziehungsweise Gedichte vor. Ausgesucht wurden sie von Mitarbeitenden der reformierten Kirchgemeinde Zürich. Psalmen können Trost spenden. Oder sie helfen, die Beziehung zu Gott zu vertiefen. Ein grosser Teil der Psalmen ist im sogenannten Psalter enthalten. Dieses Buch der Psalmen enthält 150 Gedichte, Lieder und Gebete, die Psalmen. Halten Sie mit uns einen Moment inne und lassen Sie den folgenden tröstenden Psalm auf sich wirken.

1  Von David. Segne die Eine, du meine Lebenskraft!
Alles in mir segne ihren heiligen Namen!
2 Segne die Eine, du meine Lebenskraft!
Vergiss nicht, was sie alles vollbracht hat:
3 Die dir alle deine Schuld vergibt, alle deine Krankheiten heilt,
4 die dein Leben aus dem Grab befreit,
dich mit  Güte und Barmherzigkeit krönt,
5 die deine Schönheit mit Gutem sättigt,
dass sich deine Jugend erneuert wie ein Phönix.
6 Gerechtigkeit bewirkt die Eine,
spricht Recht allen, die unter Gewalt leiden.
7 Ihre Wege hat sie Mose wissen lassen,
die Menschen in Israel ihre Taten.
8 Mitfühlend, voll Zuneigung ist die Eine,
langsam zum Zorn und reich an Freundlichkeit.
9 Nicht für immer bleibt sie im Streit,
nicht auf Dauer ist sie zornig.
10 Nicht nach unseren Sünden hat sie uns bewertet,
nicht nach unserer Schuld an uns gehandelt.
11 Ja, hoch wie der Himmel über der Erde
ist ihre Güte mächtig über denen,
die ihr in Ehrfurcht begegnen.
12 Fern wie der Sonnenaufgang vom Abend,
so weit entfernt sie unsere Fehler von uns.
13 Wie ein Vater mit seinen Kindern fühlt,
schenkt die Eine ihr Mitgefühl denen, die ihr in Ehrfurcht begegnen.
14 Sie weiss, woraus wir gebildet sind,
erinnert sich, dass wir Staub sind.
15 Menschen – wie Gras sind ihre Tage,
wie Wildblumen blühen sie auf.
16 Da: Ein Wind weht vorüber – weg sind sie,
hinterlassen keine Spur.
17 Die Güte der Einen – seit jeher und für immer
gilt sie denen, die ihr in Ehrfurcht begegnen,
ihre Gerechtigkeit gilt Generationen,
18 allen, die ihren Bund bewahren,
sich an ihre Anweisungen erinnern und danach leben wollen.
19 Die Eine, im Himmel ist ihr Thron gegründet,
ihr Königtum herrscht über das All.
20 Segnet die Eine, ihr Engel!
Mächtige Kräfte, die ihr Wort ausführen,
damit der Klang ihres Wortes Gehör findet.
21 Segnet die Eine, all ihr himmlischen Heere!
Die ihr dienen, die tun, was ihr gefällt.
22 Segnet die Eine, alle ihre Geschöpfe,
an allen Orten, wo immer sie herrscht!
Segne die Eine, du meine Lebenskraft!
(Psalm 103, Übersetzung aus der «Bibel in gerechter Sprache»)

«Gott schenkt uns Menschen Mitgefühl und Zuneigung, und für ihn ist die Vergebung unserer Fehler eine Kleinigkeit, heisst es in Psalm 103. Andererseits wird Gott als mächtig und kraftvoll beschrieben. Mit dieser Kraft setzt er – oder sie – sich für Gerechtigkeit für die Unterdrückten dieser Welt ein. Mir Gott als gerecht und zugleich mitfühlend vorzustellen, gefällt mir.

Besonders gefällt mir die Übersetzung aus der ‹Bibel in gerechter Sprache›. Dort wird ‹Lobe den HERRN meine Seele› mit ‹Segne die Eine, du meine Lebenskraft› übersetzt. Das hilft mir, Gott ganzheitlich und jenseits von gängigen Vorstellungen zu denken.

Auch über den Menschen steht in diesem Psalm Poetisches. Er führt uns unsere Endlichkeit vor Augen und macht uns bewusst, dass wir nicht wichtiger sind als die Schöpfung, die uns umgibt. Wir sind genauso vergänglich wie die Blume oder das Gras auf dem Feld und sollten deswegen der Versuchung widerstehen, uns selber allzu ernst zu nehmen.»

Kirchenkreis zehn der reformierten Kirchgemeinde Zürich.

Pfarrerin Nathalie Dürmüller, Kirchenkreis zehn

Mehr über Psalmen und deren Bedeutung in der Seelsorge kann man in dem folgenden Artikel lesen: Das Herz vor Gott ausschütten.


Psalmen

«Wenn Gott vom Er zum Du wird» – Mein Lieblingspsalm

Kurze Gebete, religiöse Lieder oder kleine Gedichte: Das sind Psalme. Pfarrer Samuel Zahn hat uns seinen Lieblingspsalm verraten. Es ist der Psalm 23, der ihn seit seiner Studienzeit begleitet.

Haben Sie auch einen Lieblingspsalm? Wir stellen in loser Folge einige dieser religiösen Lieder, Gebete beziehungsweise Gedichte vor. Ausgesucht wurden sie von Mitarbeitenden der reformierten Kirchgemeinde Zürich. Psalmen können Trost spenden. Oder sie helfen, die Beziehung zu Gott zu vertiefen. Ein grosser Teil der Psalmen ist im sogenannten Psalter enthalten. Dieses Buch der Psalmen enthält 150 Gedichte, Lieder und Gebete, die Psalmen. Halten Sie mit uns einen Moment inne und lassen Sie den folgenden tröstenden Psalm auf sich wirken.

«1 Ein Psalm Davids
Der HERR ist mein Hirt, mir mangelt nichts,
2 er weidet mich auf grünen Auen.
Zur Ruhe am Wasser führt er mich,
3 neues Leben gibt er mir.
Er leitet mich auf Pfaden der Gerechtigkeit
um seines Namens willen.
4 Wandere ich auch im finstern Tal,
fürchte ich kein Unheil,
denn du bist bei mir,
dein Stecken und dein Stab,
sie trösten mich.
5 Du deckst mir den Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbst mein Haupt mit Öl,
übervoll ist mein Becher.
6 Güte und Gnade werden mir folgen
alle meine Tage,
und ich werde zurückkehren ins Haus des HERRN
mein Leben lang.»

(Psalm 23, Übersetzung Zürcher Bibel)

«Der Psalm 23 ist mir ans Herz gewachsen als roter Faden eines Konflagers, das ich Anfang Studium begleitete. Eine Alp im Puschlav ermöglichte die Vertiefung der starken Szenen: Vom die Tiere beruhigenden Wasser über die enge Schlucht bis zum wuchtigen, behutsamen Hirten. Die Poesie bietet so viel Symbolik und Raum, um Lebenssituationen und Gottesbildern nachzuspüren! Ob als Thema für einen Salbungsgottesdienst – «Du salbst mein Haupt» – oder gesungen: Mit Freude begegne ich dem Text immer wieder neu und trage ihn auswendig in mir, erwarte jedes Mal gespannt den Satz, wo Gott vom Er zum Du wird.»

Pfarrer Samuel Zahn, Kirchenkreis sechs

Mehr über Psalmen und deren Bedeutung in der Seelsorge kann man in dem folgenden Artikel lesen: Das Herz vor Gott ausschütten.


Psalmen

«Licht im Dunkeln des Lebens» – Mein Lieblingspsalm

Kurze Gebete, religiöse Lieder oder kleine Gedichte: Das sind Psalme. Pfarrer Matthias Reuter stellt Ihnen seinen Lieblingspsalm vor, der gerade in der aktuellen Corona-Lage aktueller denn je ist.

Haben Sie auch einen Lieblingspsalm? Wir stellen in loser Folge einige dieser religiösen Lieder, Gebete beziehungsweise Gedichte vor. Ausgesucht wurden sie von Mitarbeitenden der reformierten Kirchgemeinde Zürich. Psalmen können Trost spenden. Oder sie helfen, die Beziehung zu Gott zu vertiefen. Ein grosser Teil der Psalmen ist im sogenannten Psalter enthalten. Dieses Buch der Psalmen enthält 150 Gedichte, Lieder und Gebete, die Psalmen. Halten Sie mit uns einen Moment inne und lassen Sie den folgenden tröstenden Psalm auf sich wirken.

Gott ist mein Licht und meine Rettung,
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Gott ist meines Lebens Zuflucht
Vor wem sollte ich erschrecken?

(Psalm 27,1)

«Mein Konfirmationsspruch von 1980 und immer noch eines der für mich besten Trostworte. Warum? Was soll ich fürchten? Was soll mich erschrecken können? Was für eine schon fast rhetorische Frage! Denn Gott ist da! Gott IST mein Licht, meine Rettung, meine Zuflucht. Nicht er wird es sein, oder vielleicht einmal, wenn es mir schlecht genug geht oder ich was dafür leiste. Nein, Gott ist da als Licht im Dunkeln des Lebens, in meinen Ängsten, wenn ich den Schrecknissen der Welt oder auch einer Corona-Pandemie entgegenblicke. Vielleicht etwas abstrakt, aber für mich in der Zusage so klar und entschieden (und zweifelsfrei), dass mir diese Worte ganz lieb und wichtig sind.»

Mein Lieblingspsalm

Matthias Reuter, Pfarrer in Höngg

Mehr über Psalmen und deren Bedeutung in der Seelsorge kann man in dem folgenden Artikel lesen: Das Herz vor Gott ausschütten.

Psalmen

Das Herz vor Gott ausgeschüttet

Die Psalmen haben im christlichen Kontext eine wichtige Rolle als Gebet-, Meditations- und Liederbuch. Vor über 2000 Jahren entstanden, sind sie mit ihren zeitlosen Themen auch heute aktuell und beliebt.

Beten ohne Kirche

Der Herr ist mein Hirte. Wer kennt sie nicht, diese Bibelstelle? Oder genauer: diesen Psalm? Psalmen sind «das Gebetbuch der Bibel», sind religiöse Gedichte und Lieder, oft poetische Meisterwerke. In ihnen spiegeln sich Gefühle, Lebens- und Glaubenserfahrungen der Menschen: Klagen und Bitten, Dank und Lob.

Wer von Psalmen spricht, meint meist die 150 Gebete im Buch der Psalmen des Alten Testaments. Das Alter der einzelnen Psalmen kann nicht sicher bestimmt werden. Sie wurden circa ab dem 9. bis zum 2. Jahrhundert vor Christus gesammelt. Sicher ist, dass die Psalmen sich über die Jahrhunderte verändert haben und angepasst wurden. Die heutige Fassung des Psalters entstand um die Jahre 100 vor Christus.

Laut Pfarrer Martin Rüsch vom Grossmünster Zürich haben Psalmen wesentliche Impulse für die heutigen Gottesdienste geliefert: «Im christlichen Kontext sind sie zum wichtigsten Gebets-, Meditations- und Liederbuch geworden. Psalmen enthalten im Unterschied zu anderen biblischen Texten eine ureigene Artikulation von existenziellen und somit zeitlosen Themen.» Aus diesem Grund, so Rüsch, komme ihnen auch im Bereich der Seelsorge eine grosse Bedeutung zu: «Psalmen sind verschriftlichte Gebetsformen. Sie fassen starke Gefühle in Worte und nehmen Sprachlose an die Hand.»

Es lohnt sich übrigens, Psalmen eingehend zu ergründen. Denn jeder Psalm behandelt ein eigenes Thema, mit dem wir uns vielleicht identifizieren können. Und jeder Vers widmet sich einem Aspekt dieses Themas. Aus dem Zusammenhang gerissen, können sie schnell falsch verstanden werden. Was es mit dem Hirten aus dem Eingangssatz genau auf sich hat, verrät Ihnen Psalm 23.

In loser Folge veröffentlichen wir hier die Lieblingspsalmen von Menschen aus der Kirchgemeinde Zürich.

Der Lieblingspsalm von:

Pfarrer Matthias Reuter: «Licht im Dunkeln des Lebens»

Pfarrer Samuel Zahn: «Wenn Gott vom Er zum Du wird»

Pfarrerin Nathalie Dürmüller: «Segne die Eine, du meine Lebenskraft!»

Barbara Becker, KIrchenpflegerin: «Dankbarkeit ist eine Grundhaltung»