«Corona hat den Freundeskreis recht eingeengt»

Jugendliche in der Kirchgemeinde Zürich: Ohne Natel läuft während Corona gar nichts. Quelle: Diego Petraccini

Paula Aegler ist 15 Jahre alt und besucht die dritte Sekundarschule im Schulhaus Riedenhalden. Engagierte Jugendarbeiterinnen und -arbeiter machen für sie gute Jugendarbeit aus.

Paula Aegler. Quelle: Das Bild wurde uns zur Verfügung gestellt.

Was an Corona war für dich eine besondere Herausforderung?
Im Lockdown war es schwierig, nicht mehr gross Freunde treffen zu können. Plötzlich war es nur noch möglich, zwei oder drei Personen draussen mit Abstand zu sehen. Das hat den Freundeskreis recht eingeengt. Auch die Hobbys haben nicht mehr stattgefunden – ich gehe in die Pfadi. Mir war manchmal langweilig, vor allem abends. Ich verbrachte deswegen mehr Zeit auf Netflix als üblich.

Was hat dir in dieser Situation geholfen?
Zum Glück haben wir im Kollegenkreis damit begonnen, uns via via Zoom oder Facetime auszutauschen. Zum Teil waren wir bis zu 15 Leute. Mit engen Freundinnen lief der Kontakt gleich intensiv weiter. Obwohl wir alle weniger erlebten als sonst, gab es immer genügend Gesprächsstoff. Wir haben einfach über Bücher, Filme oder Serien geredet. Mit den Pfadikolleg*innen hatte ich fast keinen Kontakt mehr, man hat sich auch nicht wirklich geschrieben.   

Machst du dir Sorgen im Hinblick auf die Zukunft?
Ich mache mir eigentlich keine grossen Sorgen, weil ich schon früh eine Lehrstelle gefunden habe. Für andere, die immer noch suchen, ist es sicher nicht einfach. Zwei Kolleginnen sind in dieser Situation, das tut mir sehr leid für sie. Wegen Corona ist es nochmals schwieriger geworden, etwas zu finden.

Wie geht es denn für dich weiter?
Ich lerne Polydesignerin 3D bei Ikea.

Gratuliere! Eine Traumlehrstelle.
Ja, auch weil es nicht viele Stellen gibt. Wegen Corona haben zudem manche Betriebe entschieden, jetzt doch keine Lehrstellen anzubieten. Ich habe mich auch noch bei Möbel Pfister, Aroma und Sprüngli beworben und bei Ikea hat es dann schlussendlich geklappt. Während der Schnupperlehre durfte ich in drei verschiedene Abteilungen hineinschauen. Eine der Aufgabe war es, zu Hause ein kleines Modell-Sofa herzustellen. Und ich durfte mithelfen, die Ausstellungsflächen neu zu gestalten. Es ist ein sehr handwerklicher Beruf, das gefällt mir.

Wie wichtig ist der Jugendtreff für dich?
Sehr wichtig. Wenn wir Konfunterricht haben, schauen wir vorbei – entweder in der Pause oder danach. Dann lachen und quatschen wir, spielen Karten, vor Corona haben wir oft zusammen gekocht und gegessen. Wir sind eine tolle Gruppe.  

Warum nutzt du ein Angebot der Kirche und nicht ein städtisches?
Als Kind habe ich am Tageslager und am Krippenspiel teilgenommen, bald werde ich Hilfsleiterin. Ich kenne die Leute, sie sind cool. Es macht einfach Spass. 

Wie wichtig sind die Jugendarbeiterinnen und -arbeiter?
Sehr wichtig! Ich würde sagen, sie sind der Hauptteil der Jugendarbeit. Sie organisieren alles und bringen Ideen ein. Und sie fragen uns nach unserer Meinung.  

Danke für das Gespräch! 

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