Telefonieren gegen die Isolation

Das Projekt Zyt-ha verbindet Menschen, die während der Coronakrise gern per
Telefon mit einem Gesprächspartner oder einer Gesprächspartnerin reden würden.
Das Interesse daran ist gross. Es werden deshalb noch mehr Freiwillige gesucht.

Eigentlich ist «Zytlos» ein Ort der Begegnung und der Gemeinschaft: ein Café, ein Coworking-Space, ein Treffpunkt. Alles im Kirchgemeindehaus des Kirchenkreises zwei und auch von selbigem organisiert. Aber zurzeit bleiben die Türen von Zytlos wegen des Coronavirus geschlossen. «Die Coronakrise zwingt uns dazu, physische Nähe zu unterbinden», sagt der Leiter des Projekts und Pfarrer Daniel Brun am Telefon.

Menschen verbinden

Diese Distanz bereitete ihm und seinem Team Sorgen. Also stampften sie in Windeseile ein Ersatzprojekt aus dem Boden: Zyt-ha. Die Idee dahinter ist so simpel wie überzeugend: Über Zyt-ha sollen Menschen miteinander verbunden werden, die in Zeiten der Isolation gern per Telefon mit einem Gesprächspartner oder einer Gesprächspartnerin reden würden. Unter zyt-ha.ch können sich alle Interessierten ganz einfach anmelden. Es müssen dafür nur einige Fragen beantwortet werden, etwa, ob man lieber mit einem Mann oder einer Frau telefonieren und ob das Gegenüber ungefähr gleichaltrig sein soll. «Wir schauen uns dann die Neuanmeldungen an und überlegen uns, wer zu wem passen würde», sagt Daniel Brun.

Helferinnen und Helfer gesucht!

Pfarrer
Daniel Brun

Im Moment macht das Daniel Brun noch weitestgehend allein – und gerät damit an seine Grenzen. Denn das Interesse am Angebot sei gross, sagt der Pfarrer. Er ist deshalb auf der Suche nach Freiwilligen, die sich an der Organisationsarbeit beteiligen. Auch weil Brun davon ausgeht, dass das Interesse an Kontakten zunehmen wird. Bis jetzt hätten sich vor allem Personen gemeldet, die selber nicht zur Risikogruppe gehörten – und das Haus eigentlich noch verlassen können. Das werde sich womöglich bald ändern, ist Daniel Brun überzeugt: «Eine Woche in der Isolation zu Hause ist vielleicht noch relativ einfach zu bewältigen, aber spätestens ab der zweiten Woche wird es hart.» Zyt-ha wird dann noch wichtiger: Als Vermittlungsplattform, um Menschen trotz Social Distancing zusammenzubringen. «Und wer weiss», sagt Brun, «vielleicht entstehen so ja auch Beziehungen, welche die Coronakrise noch lange überdauern werden.»


Unter zyt-ha.ch können Sie sich für das Angebot anmelden.

2 Kommentare zum Beitrag “Telefonieren gegen die Isolation”

  1. Guten Tag Herr Brun
    Mein Name ist Evelina Els und ich arbeite bei der ref. Kirche Rafz als Jugendarbeiterin. Ich bin ausgebildete Sozialpädagogin und Gastronomin.
    Ich bin 55 Jahre Alt.
    Ich finde das Projekt Zyt-ha sehr hilfreich.
    Das Geschlecht und das Alter der Kontaktperson spiellt für mich keine Rolle.
    Ich freue mich von Ihnen zu hören.
    Freundliche Grüsse
    Evelina Els

    Antworten
    • Liebe Frau Els
      Herzlichen Dank für Ihr Engagement. Es ist schön, dass Sie Interesse haben, in der aktuellen Situation zu helfen. Herr Brun wird Sie kontaktieren.
      Inzwischen hat Zyt-ha auch eine Telefon-Hotline. Wenn Sie mögen können Sie sich dort auch direkt melden.
      Zyt-ha Telefonnummer: 076 722 00 57
      Herzlich

      Antworten

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