Seelsorge unter blühenden Kirschbäumen

Anlässlich der Brotverteilaktion ihrer Kirchgemeinde erfuhr Alexandra Stark vom neuen Seelsorge-Angebot «Pastor-to-go» – und hat es gleich getestet.  Genau so könne die Kirche Leute wie sie abholen, lautet ihr Fazit.

Von Berufes wegen ist die Journalistin Alexandra Stark fast täglich in den sozialen Medien mit Posts präsent. Und dennoch hat sie selten so viele Reaktionen auf einen Facebook-Post erhalten wie auf jenen vom 10. Februar. Darin gibt sie ihrer Freude über die Brotverteilaktion der Pfarrpersonen der Citykirche offener St. Jakob und der Johanneskirche Ausdruck (Link: https://impulse.reformiert-zuerich.ch/seelsorge-beratung/echte-begegnung-to-go/), als Bebilderung dient ein schön goldbraun gebackenes Brot. «Daraus sind sowohl online als auch offline viele ganz tolle Gespräche entstanden», erzählt die 51-Jährige.

Der Post von Alexandra Stark auf Facebook.

Anlässlich dieser Aktion warben Pfarrerin Liv Zumstein und ihre Pfarrkolleg*innen auch für ein neues Seelsorge-Angebot mit dem Namen «Pastor to go», von dem sich Alexandra Stark sofort angesprochen fühlte. «Ich habe eine hohe Affinität zu allen Themen, die die Kirche abdeckt – aber ich möchte einfach nicht am Sonntagmorgen in die Kirche.» Geschichten aus der Bibel würden sie weniger interessieren, aber mit gesellschaftspolitischen und ethischen Fragen setze sie sich gern auseinander. «Die Inhalte sind spannend, aber für mich ist das Format veraltet», formuliert es die Journalistin, die seit Monaten im Home-Office arbeitet. «Pastor to go – das heisst für mich: Ich muss nicht in die Kirche gehen, sondern die Kirche kommt zu mir.»

Ein Stück gemeinsam gehen

An einem sonnigen Frühlingstag Ende März war es dann soweit: Pfarrerin Liv Zumstein und Alexandra Stark sind von der Johanneskirche aus ein Stück der Limmat entlang und dann über das Viadukt spaziert. Auf der Josefwiese haben sie Kaffee getrunken, bevor sie über einen grösseren Bogen den Rückweg antraten. «Nur schon die Vorbereitung auf das Gespräch hat mir gut getan», erzählt Alexandra Stark. Sie hätte sich noch einmal ganz genau überlegen können, welche Belastungssituationen sie gern mit der Pfarrerin besprechen würde. «Ich habe mich vor allem darauf gefreut, dass mir jemand zuhört, ohne dass er oder sie mir gleich etwas abnehmen will», fügt sie lachend hinzu. Sie finde es sehr angenehm, jemandem, den man fast nicht kenne, Persönliches zu erzählen. «Es ist viel unbelasteter – auch weil ich weiss, dass ich Liv jetzt wieder Monate nicht mehr sehen werde», so Stark weiter.

Ein Seelsorgegespräch unterscheidet sich für sie auch noch in einem anderen Punkt wesentlich von einem Gespräch unter Freunden: «Mit Freundinnen spreche ich vor allem über die Alltagsbewältigung. Mit einer Pfarrperson kann ich den grösseren Bogen spannen, die Frage nach dem «Warum» ist ein Thema. Das Gespräch findet auf einer anderen Flughöhe statt. Auf dem Spaziergang konnte ich meine Gedanken ordnen und spiegeln lassen», bilanziert sie, «und bin dann ganz beschwingt wieder ins Home-Office zurückgekehrt.» Derzeit klingt das Gespräch immer noch in ihr nach und das wird, so vermutet sie, noch Wochen andauern. Der einzige Wermutstropfen ist für Alexandra Stark, dass die Brotverteilaktion nicht weitergeführt wird – dies bedauert sie sehr. Da nun wieder Gottesdienste stattfinden, fehlen die Ressourcen. «Es ist wiederum das Thema mit den Formaten», so Alexandra Stark. «Im Inhalt steckt so viel Potenzial, das viele Kirchgemeinden nicht richtig nutzen», so Stark. «Da würde ich ihnen und mir manchmal etwas mehr Mut wünschen.»

Um ein kostenloses Seelsorgegespräch zu vereinbaren, können Sie sich direkt mit den Pfarrerinnen und Pfarrern im Kirchenkreis vier fünf in Verbindung setzen. Alternativ können Sie sich auch an die Sekretariate wenden:

Sekretariat Citykirche St. Jakob: 044 241 44 21

Sekretariat Johanneskirche: 044 275 20 10

Bild: Unsplash

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